Aarau
Aarauer Fahnen sind häufig vom Winde verweht

Die offizielle Beflaggung der Stadt Aarau lässt zu wünschen übrig. Ein privates «Fahnenkomitee» wird in dieser Sache beim Stadtrat vorstellig.

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Fahnen in Aarau

Fahnen in Aarau

Aargauer Zeitung

Hermann Rauber

Aarau brüstet sich ja gerne mit seiner Rolle als Feststadt, oft gar mit dem Zusatz «Eidgenössisch», etwa 2005 mit dem Jodler- und 2007 mit dem Schwingfest. Und im kommenden Sommer bildet die Aargauer Kantonshauptstadt die pittoreske Kulisse für die Schützen aus dem ganzen Land. Nicht ganz Schritt zu halten mit dem festlichen Glanz vermag die offizielle Beflaggung in Aarau. Die städtischen Fahnen präsentieren sich im fortgeschrittenen Alter farblich verwaschen. Und die Tücher verwickeln und verheddern sich beim kleinsten Windstoss an der Aufhängung und vermitteln Einheimischen und Gästen vor allem in der Altstadt ein peinliches Bild.

Seit Jahren moniert ein privates «Fahnenkomitee» unter Führung von Werbefachmann Alfred «Body» Burkard diesen Missstand. Bis jetzt ohne greifbaren Erfolg. Das Komitee hat deshalb ganz «offiziell» einen Brief an Stadträtin Regina Jäggi geschickt, der die Fahnen-Misere in Aarau thematisiert. Man erhofft sich vom Wechsel im stadträtlichen Ressort für den städtischen Werkhof mehr Verständnis für das Anliegen. «Vom Winde verweht» heisst das Motto des Schreibens an das Aarauer Rathaus.

Burkard hat nach eigenem Bekunden das jämmerliche Bild «verdrehter und verwehter Fahnen» mit Freunden aus dem In- und Ausland bereits mehrfach erlebt, vor allem in der Altstadt. Die welkende Beflaggung verunstalte das sonst schöne Ambiente der barocken Häuser mit ihren bemalten Dachhimmeln. «Aarau auf halbmast?», fragt sich das Komitee und behauptet, dass «sich auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger über das alljährliche Fahnenbild ärgern». Besonders an «festlichen Anlässen», also am Maienzug und an grossen Umzügen von Eidgenössischen Festen, bleibe der Eindruck der verdreht hängenden Fahnen in schlechter Erinnerung.

Das Komitee hat in dieser Sache einen Augenschein in der Aargauer Schwesterstadt Baden genommen und festgestellt, dass man im Ostaargau offensichtlich über eine bessere Fahnentechnik verfügt. Das Komitee gibt im Schreiben an Regina Jäggi seiner Hoffnung Ausdruck, dass es in Aarau bald einmal «Potz heitere Fahne!» heissen darf, weil die festlichen Tücher wieder «stramm hängen und wacker flattern». Man könnte sich dabei auch eine «Radikalkur» vorstellen, die aus dem Ersatz der mittlerweile Jahrzehnte alten Garnituren durch neues Material bestehen könnte.