Bonzenclub

Aarauer «Bonzen» wollen eine bessere Welt schaffen

«Bonzen»-Aktion Baumpflanzaktion am Achenberg ob Küttigen. (zvg)

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«Bonzen»-Aktion Baumpflanzaktion am Achenberg ob Küttigen. (zvg)

Namen können täuschen: Der Aarauer Bonzenclub ist keineswegs eine Vereinigung von Bonus-Bankern oder Immobilienspekulanten. Es handelt sich vielmehr um einen Kollegenkreis, der aktiv gemeinnützige Projekte und Organisationen unterstützt. Und zwar nicht im Schosse bereits bestehender Organisationen, sondern eben im lokalen «Bonzenclub».

Die etwas seltsam anmutende Affiche ist laut Projektleiter Jan Podzorski zu später Stunde an einem fröhlichen Abend aus einer Bierlaune heraus entstanden. «Bonzen» sind vielmehr ironisch gemeint: «In der Schweiz geht es uns gut, mit seinem Namen nimmt der Klub auf provokative Weise Bezug auf die Möglichkeiten, die uns dadurch gegeben sind», sagt Podzorski.

Der Aarauer Bonzenclub ist 2003 gegründet worden, wird von Gregor Boner präsidiert und zählt im Moment 13 Mitglieder im Alter zwischen 20 und 35 Jahren. Er hat laut Statuten zum Ziel, «einen Effort an die Bemühungen für eine bessere Welt zu leisten», und zwar durch die Unterstützung ausgewählter Projekte im humanitären, sozialen oder kulturellen Bereich. Damit will man einen Beitrag leisten zur «friedlichen Koexistenz auf der Welt».

Finanziert durch ein Lohnprozent

Finanziert werden die Aktivitäten über Mitgliederbeiträge und Spenden. Der statutarische Obolus ist «individuell», er beträgt genau ein Prozent des steuerbaren Einkommens des jeweiligen Mitgliedes. So profitierten vom Bonzenclub bisher etwa Schulen für burmesische Flüchtlinge in Thailand, ein Aufbauvorhaben für die Infrastruktur der Wasserversorgung in Kamerun oder eine Buchspendenaktion in Ghana.

Baumpflanzung am Achenberg

Im Rahmen eines konkreten regionalen Projektes hat der Aarauer Bonzenclub mit der Pro Natura Aargau zusammengespannt. Er hat dem Naturschutz am Achenberg ob Küttigen nicht nur 324 Quadratmeter Land geschenkweise überlassen, sondern auch noch für das Pflanzen von Bäumen gesorgt. Damit soll im Rahmen der Melioration (der Güterregulierung im Juradorf) der bedrohte Lebensraum mit Tieren, Pflanzen, Hecken, Obstgärten und Jurawäldern erhalten bleiben. In einer gemeinsamen Aktion pflanzten Baumpatinnen und Baumpaten ihre Bäume. Diese lieferte gegen Rechnung Fritz Walti von der Stiftung Pro Specie Rara, die ihren Sitz in Aarau hat. Wichtig ist, dass die finanzierten Projekte «von den Mitgliedern aktiv begleitet werden». Der Verein wurde denn auch gegründet, um als Organisation mehr bewirken zu können als Einzelpersonen.

Das Vorhaben am Achenberg war nach eigener Einschätzung «ein voller Erfolg» und soll im laufenden Jahr eine Fortsetzung finden. Denn der Küttiger Achenberg ist im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler «von nationaler Bedeutung» eingetragen, was für den Aarauer Bonzenclub «die Wichtigkeit des Schutzes zusätzlich unterstreicht». Der Klub will gemäss Jan Podzsorski im ähnlichen Bereich aber auch beim Zusammenfluss von Wyna und Suhre tätig werden.

Pflichten für den Präsidenten

Gemeinsam über Aktionen beschliesst die Generalversammlung. Dass man bei aller Ernsthaftigkeit auch den Humor nicht vergessen hat, beweist der Paragraf 33 der Statuten. In diesem heisst es: «Der Präsident ist an der Generalversammlung um ein üppiges Fleischplättli und guten Wein besorgt.» Auskünfte sind unter www.bonzenclub.ch oder baumpatenschaft@bonzenclub.ch zu erhalten. (hr)

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