Aarau

Aarau büsst minderjährige Trinker

Aarau setzt den nächtlichen Saufgelagen von Jungen ein Ende und büsst minderjährige Trinker mit bis zu 80 Franken. Man hofft auf weniger Besoffene.

Deborah Balmer

Wider den Sachbeschädigungen und Pöbeleien: Unter 16-Jährige, die in Aarau öffentlich Alkohol trinken, werden ab sofort mit 60 Franken gebüsst. Wer härteren Alkohol trinkt und noch nicht 18-jährig ist, zahlt 80 Franken.

Als erste Stadt in der Region geht Aarau diesen neuen Weg. Dies berichtete am Wochenende Tele M1. Man versuche mit den Bussen, den Saufgelagen und Pöbeleien ein Ende zu setzen – etwas, mit dem viele Schweizer Städte zu kämpfen haben.

Der Stadtammann der Kantonshauptstadt Marcel Guignard begründet das neue Vorgehen gegenüber Tele M1: «Es gibt immer mehr junge Leute unter 16 Jahren, die sich am Wochenende auf der Strasse aufhalten – aber Alkohol für die Jungen im öffentlichen Raum tolerieren wir nicht.»

So weit wie Luzern geht Aarau nicht

Seit dem 1. September kann die Polizei jugendliche Trinker strafen – bis jetzt war nur der Verkauf von Alkohol an Minderjährige verboten. Und wenn Jugendliche draussen tranken, konnte die Polizei höchstens die Eltern informieren.

Wie kommt die neue Massnahme bei den Jugendlichen selber an? Unterschiedlich, wie eine Umfrage von Tele M1 zeigt. So sagte eine Minderjährige: «Jugendliche brauchen irgendwo einen Platz, um etwas zu trinken.» Eine 15-Jährige hingegen befand, sie fände die Bussen gut, denn es seien immer öfter Junge auf der Strasse am Trinken.

Auch Aaraus Jugendkoordinator Daniele de Min begrüsst die Bussen: «Das ist eine Linie, die wir in den Jugendhäusern schon länger verfolgen.» De Min gibt allerdings gegenüber der AZ zu bedenken, dass die Bussenverteilung nicht einfach sein wird. «Es ist für die Polizei sicher schwierig nachzuweisen, ob ein minderjähriger Alkohol getrunken hat, oder doch nur zu einer Gruppe von älteren Jugendlichen gehört.»

Flyer machen auf Bussen aufmerksam

Die Städte Zürich und Luzern wollen im Kampf gegen Saufgelage und Littering noch weitergehen. Sie möchten wie in Chur nachts ein generelles Alkoholverbot in der Öffentlichkeit einführen. Sogar der gesamte öffentliche Raum könnte zur alkoholfreien Zone erklärt werden. Das sehen die beiden neuen Polizeigesetze vor.

Auch in Aarau ist die neu eingeführte Bussenregelung nach einem neuen Paragrafen im Polizeireglement möglich. So weit wie in Luzern oder Zürich will man allerdings in der Stadt der Giebel nicht gehen: «Was grundsätzlich zu kaufen ist, soll man im öffentlichen Raum auch konsumieren dürfen», so Marcel Guignard.

In nächster Zeit werden die mobilen Jugendarbeiter Aaraus Jugendliche mit Flyern auf die Bussen aufmerksam.

Meistgesehen

Artboard 1