Schützenfest
Aarau bleibt die «Stadt der Schützen»

«Aarau zum 4.» heisst die originelle Affiche einer Ausstellung im Schweizer Schützenmuseum in Bern, die bis zum 30. Mai dauert. Sie erinnert im Vorfeld des «Eidgenössischen» im nächsten Sommer an die drei historischen Feste von 1824, 1849 und 1924 in der Stadt Aarau.

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Reminiszenzen

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Aargauer Zeitung

Das Schweizer Schützenmuseum, das von einer Stiftung getragen wird, war bis 1939 im Historischen Museum des Kantons Bern untergebracht. Seit dieser Zeit verfügt es über ein eigenes Gebäude an der Bernastrasse 5 im Berner Kirchenfeldquartier, unmittelbar beim Helvetiaplatz. Neben den fest gestalteten Räumen organisiert die Leiterin, Cornelia Weber, immer wieder Wechselausstellungen. Mit Blick auf das Eidgenössische Schützenfest im Juni und Juli 2010 im Umland der Aargauer Kantonshauptstadt kam es zur Sonderschau «Aarau zum 4.», die gestern Donnerstagabend Vernissage hatte. Denn Aarau war nicht nur die Wiege des Schweizerischen Schützenvereins, die Stadt durfte auch Gastgeberin für drei «Eidgenössische» sein, nämlich 1824, 1849 und 1924.

Ehrengaben und Gewehre

Das Schützenmuseum in Bern konnte bei der «Aarauer» Sonderschau laut Kuratorin Cornelia Weber weitgehend «aus dem eigenen Fundus schöpfen». Der moderne Teil wurde vom OK 2010 zusammengetragen und zur Verfügung gestellt. Die Palette reicht über Druckbelege, Korrespondenzen bis zu Ehrengaben oder Schiessutensilien. Geschossen wurde 1824 noch mit dem alten Steinschloss-, zum Teil aber auch bereits mit dem modernen Perkussionsgewehr. Ausgestellt ist unter anderem ein Perkussionsstutzer von 1836, wie er 1849 in Aarau als Sportgerät zum Einsatz kam. Zu sehen ist in Bern bis zum 30. Mai auch das Festplakat Aarau 1924, das vom Künstler Carl Böckli entworfen worden war.
Martin Widmer, erster Vizepräsident im OK des Schützenfestes 2010, zeigte sich an der gestrigen Vernissage in Bern «stolz» auf die Tatsache, dass die Region Aarau nach dem Eidgenössischen Jodlerfest (2005) und dem Schwing- und Älplerfest (2007) in diesem Jahr bereits wieder einen nationalen Grossanlass durchführen darf. Aarau sei als Gründungsstadt dem Schiesswesen seit jeher eng verbunden gewesen, auch wenn seit dem letzten grossen Fest 1924 fast ein ganzes Jahrhundert vergangen ist.

In genau 127 Tagen heisse es in der Region Aarau «Feuer frei!». Ein Organisationskomitee mit 130 «motivierten Personen» ist gemäss Martin Widmer seit knapp drei Jahren in verschiedenen Abteilungen und Stabsstellen an der Vorbereitung. «Grob- und Feinplanungen sind abgeschlossen, die Umsetzung hat bereits begonnen», versicherte Widmer der in Bern versammelten Schützenprominenz. Damit die Region Aarau den erwarteten fast 50 000 Schützinnen und Schützen aus der ganzen Schweiz ideale Bedingungen bieten könne, werden die Wettkämpfe auf bestehenden (Suhr, Buchs, Lenzburg) und einer provisorischen Schiessanlage (in Rupperswil) durchgeführt. Vor allem der Bau des Provisoriums mit 120 Scheiben bilde eine «grosse logistische Herausforderung», erklärte Widmer, gehe es doch primär darum, die Sicherheits- und Lärmschutzvorschriften einzuhalten. «Sehr gerne würden wir, wie das am Fest von 1924 in Aarau der Fall war, Anwohnerinnen und Anwohner während des Festes in die Ferien schicken», sagte Widmer.

Vom 18. Juni bis 18. Juli

Stolzer Gastgeber Martin Widmer vom OK 2010. psi

Stolzer Gastgeber Martin Widmer vom OK 2010. psi

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