Aargau
A-Welle hat Fahrplan-Umstellung geschafft

Die Umstellung auf den neuen Tarifverbund war mit einer logistischen Meisterleistung verbunden. Unter anderem mussten in der A-Welle-Region in der Nacht auf Sonntag 270 Billettautomaten und 323 Chauffeur-Geräte softwaremässig aufgeschaltet werden. Die bisher einzigartige Aktion hat einwandfrei funktioniert.

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Toni Widmer

Für Martin Osuna, Geschäftsführer der A-Welle, und Patrick Zingg, Leiter der Filiale Aarau von Postauto Nordschweiz, leuchteten die Displays der neuen Billettautomaten an den Bushaltestellen beim Bahnhof Aarau schöner als jeder Weihnachtsbaum. Die beiden wollten sich am Sonntag, kurz nach Mitternacht im Feldversuch persönlich davon überzeugen, dass die von ihrem Büro an der Laurenzvervorstadt aus gesendeten Daten die Geräte auch tatsächlich erreicht und diese die Umstellung auf den neuen Tarifverbund softwaremässig vollzogen hatten. «Wir haben es geschafft!», freute sich das Duo händeschüttelnd. Die Anspannung vieler Monate war Stolz und Genugtuung gewichen.

Riesige Datenmengen verschoben

Im Gegensatz zu den Billettautomaten der SBB, die gestern schweizweit nur zum Teil funktionierten, war die Umstellung bei A-Welle und Postauto reibungslos gelungen. Und das, obwohl damit eine schweizweit bisher einzigartige Aktion verbunden war: «Wir hatten nicht nur den Wechsel des Tarifsystems mit zahlreichen Schnittstellen zu den Nachbarverbünden zu bewältigen. Wir haben gleichzeitig auch 270 neue Bilettautomaten und 323 Chauffeur-Billettausgabe-Geräte mit einem deutlich erweiterten Service-Angebot in Betrieb genommen sowie den Fahrplanwechsel vollzogen», erklärten Osuna und Zingg. Billettautomaten und Chauffeurgeräte waren zum überwiegenden Teil schon in den vergangenen Wochen montiert und vorderhand mit dem alten Tarifsystem in Betrieb genommen worden. Die neue Software hingegen konnte erst kurz vor dem Fahrplanwechsel überspielt werden.

In der Freitagnacht wurden dafür von den Technikern der Systemlieferfirma Atron riesige Datenmengen über das GPRS-Mobilfunknetz auf die Reise zu den Automaten geschickt. Das Paket umfasste pro Gerät rund 40 Megabite. «Die Aktion lief problemloser als wir uns erhofft hatten. Von 228 beschickten Chauffeur-Geräten lagen nach 24 Stunden 208 positive Meldungen vor. Damit können wir morgen Sonntag zuversichtlich in den neuen Tarifverbund starten. Den Rest bekommen wir bis am Montag sicher auch noch in den Griff», erklärte Martin Osuna am Samstag kurz vor Mitternacht.

Busbetrieb Aarau mit Verspätung

Zum gestrigen Fahrplanwechsel noch nicht betriebsbereit waren die mobilen Automaten für den Busbetrieb Aarau. Die Geräte wurden von der Herstellerfirma zu spät ausgeliefert und konnten somit nicht mehr rechtzeitig in den Fahrzeugen montiert werden. Bis es in wenigen Tagen so weit ist, kann es für die Fahrgäste vereinzelt zu kleineren Nachteilen kommen. Sie können unter Umständen in den Bussen noch nicht vom neuen Tarif profitieren. Anderseits können Billette aber auch günstiger sein. Die Preisdifferenz für allenfalls zu teuer erstandene Fahrkarten wird an den Verkaufsschaltern von AAR bus + bahn zurück erstattet.

Gegenüber den SBB deutlich die Nase vorn hatte AAR bus + bahn hingegen bei den stationären Automaten. Diese funktionierten bereits wenige Minuten nach dem Fahrplanwechsel um Mitternacht am Sonntag tadellos. Neu können übrigens an sämtlichen stationären und mobilen Automaten im Tarifgebiet der A-Welle auch Netzbillette für die ganze Schweiz gekauft werden. Dieser Zusatzservice ist noch nicht überall eingerichtet. Er wird aber bereits i n wenigen Tagen flächendeckend funktionieren.