Verkehr
60 Millionen für Aggloverkehr

Spätestens bis 2015 will der Zürcher Regierungsrat den Verkehr im Limmattal, im Glatttal und um Winterthur verflüssigen. Die dafür erhofften Bundesgelder schiesst der Kanton vor – falls der Kantonsrat mitspielt.

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60 Millionen für Aggloverkehr

60 Millionen für Aggloverkehr

Aargauer Zeitung

Matthias Scharrer

Was auf einzelnen Verkehrsachsen schon möglich ist, soll künftig für ganze Regionen im Kanton Zürich funktionieren: eine eng vernetzte Verkehrssteuerung, die den Autoverkehr besser fliessen lässt, berechenbarer macht und so Anschlüsse an den öffentlichen Verkehr gewährleistet. Grüne Welle regional, gewissermassen.

So umschreibt Arnd König vom Amt für Verkehr, was der Regierungsrat mit einem 60,5-Millionen-Kredit für regionale Verkehrssteuerungen vorhat. Profitieren sollen davon primär das Limmattal, das Glatttal und die Umgebung von Winterthur, wie der Regierungsrat gestern mitteilte. «Das sind die Agglomerationen mit dem grössten Handlungsdruck», so König. Dörfer, die zusammengewachsen sind - und weiter wachsen. Hier sei eine koordinierte Verkehrssteuerung am dringendsten.

Achse Dietikon-Schlieren entlasten

Konzepte dazu hat der Kanton gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden erarbeitet. Sie umfassen unter anderem neue Lichtsignalanlagen, eine verbesserte Koordination der Lichtsignale, den Bau von Busspuren und die Einrichtung von Busbevorzugungen. Vereinzelt sind auch Ergänzungen des Strassennetzes vorgesehen, wie der Regierungsrat weiter mitteilt. So soll etwa die Greifenseestrasse auf Ustermer Gebiet verlängert werden.

«Im Limmattal soll im Wesentlichen der Durchgangsverkehr von der Achse Dietikon-Schlieren weichen und auf die Bernstrasse verlagert werden», sagt König. Auch die Bremgarten-Dietikon-Bahn, deren Gleise Strassen kreuzen, solle vom neuen System profitieren, sodass S-Bahn-Anschlüsse künftig besser gewährleistet sind.

Umsetzung ab Ende 2009?

Zur Finanzierung beantragt die Zürcher Kantonsregierung beim Kantonsrat 60,5 Millionen Franken. Darin enthalten sind laut König auch die vom Bund erhofften Beiträge in Höhe von 11 bis 12,5 Millionen Franken. Der Bund stütze die Pläne der Zürcher Regierung zwar, mit Bundesgeldern sei aber erst nach 2015 zu rechnen, heisst es im regierungsrätlichen Communiqué.

So lange will man im Kanton Zürich nicht warten: Bis 2015 sollen die Massnahmen weitgehend verwirklicht sein. Falls der Kantonsrat das Geschäft noch diesen Herbst verabschiedet und niemand das Referendum ergreift, könnte die Umsetzung Ende 2009 beginnen.