Bei einem dramatischen Busunfall in Südwestfrankreich sind 43 Menschen ums Leben gekommen. Das Fahrzeug mit einer Seniorengruppe an Bord prallte bei Puisseguin rund 40 Kilometer östlich von Bordeaux frontal mit einem Lastwagen zusammen und ging in Flammen auf. 

Tweet ausgebrannter Car

Bei den Toten handelt es sich laut den Behörden um 41 Buspassagiere, die meisten von ihnen ältere Menschen, den Busfahrer und den Lkw-Fahrer. Auch ein «kleines Kind», das neben dem Lkw-Fahrer gesessen habe, sei gestorben, teilten die Behörden am Freitag mit. Unklar war zunächst die genaue Identität des Kindes.

Es ist das schwerste Busunglück in Europa seit mehr als zehn Jahren und das schwerste in Frankreich seit 1982. 

42 Tote bei Busunglück in Frankreich: Helikopter-Aufnahmen von der Unfallstelle .

42 Tote bei Busunglück in Frankreich: Helikopter-Aufnahmen von der Unfallstelle .

Nur acht Insassen des Busses konnten sich verletzt in Sicherheit bringen. Zwei Menschen hätten Verbrennungen erlitten, zwei eine Gehirnerschütterung, teilte die Präfektur des Départements Gironde am Freitag mit. Vier weitere Menschen kamen demnach mit leichten Verletzungen davon. Bei den Opfer soll es angeblich laut dem Innenminister alles um Franzosen handeln. 

Tweet franz. Opfer

Die Unglücksursache war am Vormittag noch nicht bekannt. Nach Angaben von Präfekt Pierre Dartout läuft eine Untersuchung. Der Unfall habe sich auf einer Landstrasse in der Gemeinde Puisseguin ereignet, die unweit der Kleinstadt Libourne liegt. 

Tweet Frnakreich

Türmechanismus ausgelöst

Das Unglück ereignete sich auf der Landstrasse 17 im bekannten Weingebiet Saint-Emilion auf dem Gebiet der Gemeinde Puisseguin, die unweit der Kleinstadt Libourne liegt. Der Lastwagenfahrer habe offenbar die Kontrolle über das Fahrzeug verloren", sagte der Bürgermeister von Puisseguin, Xavier Sublett, dem Radiosender RTL. "Er hat sich quer auf die Strasse gestellt." 

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Der Busfahrer habe den Unfall kommen sehen und vergeblich versucht, dem Holztransporter auszuweichen. "Er konnte nur noch den Türöffnungsmechanismus betätigen, um es einigen zu ermöglichen, den Bus zu verlassen." Offiziell ist die Unglücksursache nach Angaben des Präfekten Dartout noch nicht geklärt, eine Untersuchung läuft.

Bus komplett ausgebrannt

Ein vom Nachrichtensender BFMTV veröffentlichtes Zeugenfoto zeigte einen komplett ausgebrannten Bus. Rund 60 Feuerwehrleute eilten mit etwa 20 Einsatzfahrzeugen zu der Unglücksstelle, auch Helikopter waren im Einsatz. Für die Angehörigen der Opfer wurde eine psychologische Krisenzelle eingerichtet.

Der Bus sei mit den Mitgliedern eines Seniorenvereins auf dem Weg in den Ort Arzacq-Arraziguet im nördlichen Pyrenäen-Vorland gewesen, so Dartout. Die Gruppe war demnach am Morgen vom Ort Petit-Palais-et-Cornemps nordöstlich von Bordeaux aufgebrochen.

"Das ist in einer gefährlichen Kurve der Gemeinde passiert", sagte der zweite Stellvertreter des Bürgermeisters von Puisseguin, Gérard Dupuy, dem Sender France Info. Am gleichen Ort habe es bereits früher Unfälle gegeben.

«Es ist eine Katastrophe»: Präsident François Hollande zum Unglück von Puisseguin.

«Es ist eine Katastrophe»: Präsident François Hollande zum Unglück von Puisseguin.

Valls, Cazeneuve und Juppé vor Ort

Frankreichs Staatschef François Hollande sprach am Rande eines Griechenland-Besuchs von einer "furchtbaren Tragödie". Die Regierung sei "vollkommen mobilisiert", sagte Hollande in Athen. 

Tweet Hollande

Regierungschef Manuel Valls, Innenminister Bernard Cazeneuve und Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies machten sich umgehend auf den Weg zur Unglücksstelle, ebenso der Bürgermeister von Bordeaux, der frühere Premierminister Alain Juppé.

Es ist der schwerste Strassenverkehrsunfall in Frankreich seit mehr als 30 Jahren. 1982 waren bei einem Busunglück im ostfranzösischen Beaune 53 Menschen ums Leben gekommen, 44 von ihnen Kinder.