Kein Wölkchen weit und breit, Temperaturen, wie sie sonst eher im Mittelmeerraum: Nein, wir wollen uns wirklich nicht beklagen. Der Sommer ist angekommen - dank Annelie.

Das Hochdruckgebiet bringt uns in den kommenden Tagen trockene, heisse, sehr heisse Luft aus Nordafrika und Spanien. Bis zu 36 Grad soll es am Samstag werden – in einigen Föhntälern unter Umständen noch heisser. Seit heute gilt deshalb in einigen Teilen der Schweiz die vierte von insgesamt fünf Gefahrenstufen, was bedeutet, dass eine Hitzewelle von mindestens fünf Tagen bevorsteht, welche die Gesundheit gefährden kann.

Herrliche Aussichten.

Herrliche Aussichten.

Selbst mit Gewittern ist für die nächsten Tage nicht zu rechnen. Das dürfte alle freuen, welche sich ein paar Stunden in der Badi einrichten können.

Letzmals so heiss über eine längere Periode war es im Hitzesommer 2003.

Im Schatten bleiben, viel trinken

Nicht alle Menschen verkraften die Hitze gleich gut. Schwangere Frauen, Kleinkinder und ältere sowie kranke Personen reagieren im Allgemeinen empfindlicher auf hohe Temperaturen. Zu den typischen Hitze-Beschwerden gehören Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Übelkeit und Erbrechen.

Das Naturgefahrenportal empfiehlt, Aktivitäten im Freien auf Morgen- und Abendstunden zu beschränken und körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Am Besten bleibt man im Schatten und schützt sich vor direkter Sonneneinstrahlung mit Sonnencrème, luftigen und hellen Kleidern sowie Kopfbedeckungen.

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Wichtig sei es auch, genug zu trinken - 1,5 bis 2 Liter pro Tag lautet hier die Empfehlung - bei körperlicher Anstrengung mehr. Man sollte auch daran denken, den Salzverlust auszugleichen. Eine kühlende Dusche oder ein Bad dürfte ebenfalls erfrischen.

Intensive Hitzeperioden sind in den vergangenen Jahrzehnten häufiger geworden, wie dem MeteoSchweiz-Blog zu entnehmen ist. Auch Regionen, die früher kaum Hitzewellen kannten, müssten heute "mehr oder weniger regelmässig damit rechnen". Gemäss den vorliegenden Klima-Szenarien sei auch in der Schweiz bis Ende des Jahrhunderts eine starke Zunahme von Hitzeperioden "sehr wahrscheinlich".

Juni war viel zu warm

«Der Juni war deutlich zu warm, und er brachte mehr Sonnenschein als üblich.» – dies teilte am Montag SRF Meteo mit und widerspricht damit allen Pessimistinnen und Pessimisten, die den Juni als graue Maus in Erinnerung haben.

Fakt sei: Der Juni 2015 in der Schweiz sei zwei bis drei Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt der Referenzjahre 1961 bis 1990.

Im Wallis, genauer in Sitten, war der Juni der zweitwärmste seit Messbeginn. Wärmer war dort nur der Juni im Hitzesommer 2003.

Überhaupt führt Sitten wettermässig einige Ranglisten an: In der ersten Hitzephase Anfang Juni wurden dort 33,1 Grad gemessen. Insgesamt verzeichnete die Stadt im Juni neun Hitzetage – also Tage mit mehr als 30 Grad. Normal wären dort deren drei im Juni.

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Aber auch im Tessin und in Genf finde sich der Juni in den Top Ten der heissesten Juni. Grund dafür waren die Hitzephase Anfang Monat und die aktuelle Hitzewelle zum Ausklang. Am 5. und 6. Juni verzeichneten die Meteorologen verbreitet über 30 Grad. Geplagt waren die Allergiker, die an Heuschnupfen leiden.

Wolken nehmen die Badelust

Aber auf die Hitze folgten Gewitter, Überschwemmungen und Wolken. «Ohne Sonnenschein fühlen sich auch Nachmittagstemperaturen zwischen 20 und 25 Grad nicht wirklich sommerlich an», gibt selbst SRF Meteo zu. Aber eben: Wirklich kalt wurde es wegen der Wolken nicht.

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Und vielerorts regnete es nicht einmal genug: Im Tessin, in den inneren Alpentälern und am Genfersee war der Juni viel zu trocken. In Lausanne fiel gemäss SRF Meteo nur ein Drittel des üblichen Juniregens, im Tessin nur rund die Hälfte.

Anders hingegen auf der Alpennordseite, wo es meistenorts viel zu nass war. Aber die Regenmengen verteilten sich nicht gleichmässig: Unvergessen sind die starken Gewitter vom 14. Juni in den Kantonen Bern, Freiburg, Thurgau und St.Gallen, wo es zum Teil schlimme Überschwemmungen gab. (sda/rhe)

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