Hegetag
350 Drahtkörbe im Rutschgebiet entfernt

Immer am Ostersamstag versammeln sich die Jäger und eine Jägerin der drei Dörfer Attiswil, Farnern und Rumisberg zum jährlichen Hege- und Pflegetag. Diesmal auf der Alp Teuffelen oberhalb von Attiswil.

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350 Drahtkörbe im Rutschgebiet entfernt

350 Drahtkörbe im Rutschgebiet entfernt

az Langenthaler Tagblatt

Kurt Nötzi

Ein Dreierteam behob auf einem Feld in Rumisberg mit Hacke und Schaufel Schwarzwildschäden - verursacht durch eine Rotte Wildschweine. Danach sammelten die drei Jäger Abfall
- darunter gebrauchte Präservative - entlang der Hintereggstrasse im Bereich der Fuhrenhütte und auf der Schmiedenmatt beim herrlichen Aussichtspunkt «Bättlerchuchi» ein.

Westlich des Bergrestaurants, auf der Teuffelen, geriet vor 26 Jahren ein Hang mitsamt Geröll und Bäumen ins Rutschen. Insgesamt waren es eine Million Kubikmeter. Um die 1000 neu gesetzten Jungpflanzen vor dem äsenden Wild zu schützen, wurden die Jungbäume mit Drahtkörben versehen.

Während der über 20 Jahre des Heranwachsens gediehen nicht nur der Jungwuchs gut, sondern auch die dornenreichen Brombeersträucher. Sie und das steile Gelände brachten die berggängigen Jägersleute beim Arbeitseinsatz arg ins Schwitzen. Doch für einen Jäger gehört das Hegen und Pflegen ebenso zum Alltag wie die Jagd selbst. In der Znünipause waren sich die Weidmänner einig: «Bei unserem Hobby setzen wir 80 bis 90 Prozent unserer Zeit für das Hegen und Pflegen der Natur ein und nur 10 bis 20 Prozent für die eigentliche Jagd.»

Wildrettung, Salzleckstelle, Biotop

Die zehn Jäger und die einzige Jägerin kamen beim Aufzählen ihrer Hege- und Pflegeeinsätze nicht in Verlegenheit. Demnächst - mit dem Beginn des Heuets - beginnt die Wildrettung. Leicht verletzte Rehkitze werden gerettet und in die schweizerische Wildstation ins Schloss Landshut nach Utzenstorf gebracht - ebenso Entengelege zum Ausbrüten sowie verletzte Hasen. Eine wichtige Aufgabe ist das Bestücken der Salzleckstellen. Dies vor allem im Winter, damit sich das Wild nicht auf den salznassen Strassen ihr Natriumchlorid holt.

Ein wichtiges Einsatzgebiet der Jägersleute ist die Biotop-Hege - etwa das Erlimoos in Wiedlisbach, der Sängeli-Weiher in Oberbipp und der Bleienbacher Torfsee. Auch das Anpflanzen und der Unterhalt von Hecken gehören zu den Arbeitseinsätzen eines Jägers, weil Hecken vielen Tierarten einen geschützten Lebensraum bieten. Zudem werden an Bäumen entlang von Strassen Blendfolien aus Aluminium zur Warnung der Rehe angebracht.

Wildschäden verhüten helfen

Die Jäger entfernen nicht nur mechanische Schutzvorrichtungen beim einstigen Jungwuchs, wie beim diesjährigen Hegetag, sondern bringen oft mechanische oder chemische Schutzvorrichtungen bei Jungbäumen an, um Wildschäden zu verhüten. Mit einem gemütlichen Fondue-Schmaus inklusive Osternestsuche in der Farnerer Waldhütte - gespendet von der Burgergemeinde Attiswil - ging der traditionelle Hege- und Pflegetag der Jäger des Rayons Attiswil, Farnern und Rumisberg, welches zum Patentjägerverein Wangen-Aarwangen gehört, zu Ende.