35 Millionen-Lottogewinn: Niemand will ihn

Der Glückspilz, der vor einer Woche 35,7 Millionen im Schweizer Lotto gewann, hat das Geld noch nicht abgeholt. Für Swisslos-Sprecher Willy Mesmer ist das nicht ungewöhnlich: Die Person müsse ihr weiteres Leben neu planen. Erhebt niemand Anspruch auf die 35,7 Millionen, landet das Geld im Lotteriefonds.

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Denise Battaglia

35 788 873 Franken: Diesen Betrag kann sich selbst Willy Mesmer, der sich berufshalber mit Lottogewinnen befasst, nicht vorstellen. «Ich habe keine Ahnung, wie hoch dieser Banknoten-Haufen würde», sagt der Mediensprecher von Swisslos. Diesen unvorstellbar hohen Betrag hat vor einer Woche eine Person im Schweizer Lotto gewonnen. Sie hat neben den sechs richtigen Lottozahlen auch auf die richtige Pluszahl getippt. Der Gewinner, der den Lottozettel an einer Verkaufsstelle in der Ostschweiz abgab, wurde über Nacht zum Multimillionär.

Noch hat sich der Gewinner der 35 788 873 Franken nicht gemeldet. Das erstaunt Mesmer nicht: Wer so viel Geld gewinne, müsse zuerst einmal darüber nachdenken, was er damit anfangen wolle, der werde nun wohl mit ein paar Banken sprechen.

Einschneidendes Ereignis

Zumindest hofft Mesmer, dass der Gewinner die nächsten Schritte sorgfältig plant: «Jeder Gewinn über eine Million Franken sei ein einschneidendes Ereignis», weiss der Swisslos-Sprecher, der schon manche Lottomillionäre an der Auszahlungsstelle in Basel getroffen und ihnen jeweils ein paar Tipps mit auf den Weg gegeben hat. Seine erste und eindringlichste Empfehlung lautet: Nur einem kleinen, auserwählten Kreis von Bekannten und Verwandten vom Lottogewinn erzählen. Denn: «In diesem Fall ist das Sprichwort ‹Reden ist Silber, schweigen ist Gold› wortwörtlich zu nehmen.» Wer plötzlich so viel Geld habe, wecke bei Mitwissern grosse Begehrlichkeiten.

Dem Lottogewinner bleiben nun sechs Monate Zeit, sich bei einer Auszahlungsstelle zu melden. Falls niemand Anspruch auf die 35,7 Millionen erhebt, fliesst das Geld in den Reingewinn von Swisslos, der wiederum an die Lotteriefonds der Kantone ausgeschüttet wird. Dass Lottogewinner ihr Geld nicht abholen, kommt häufig vor – aber in der Regel nur bei Beträgen unter 50 Franken. So konnte Swisslos im Jahr 2008 15 Millionen nicht abgeholte Gewinne ausweisen. Erst einmal habe sich ein Gewinner eines hohen Betrags nicht gemeldet: Im Jahre 2005 liess ein Ignorant 1758 391 Franken und 20 Rappen liegen.

Dass Lottomillionäre unglücklich werden durch das viele Geld, glaubt Mesmer nicht: «Wer vor dem Gewinn sein Leben im Griff hatte, wird es auch als Millionär im Griff haben.» Das Lottokundengeheimnis dürfte dabei helfen: In der Schweiz bleibt der Name des Gewinners geheim. In anderen Ländern wie in Frankreich oder Irland werden die Namen veröffentlicht.