Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verurteilte ein Gericht in der süditalienischen Stadt Reggio di Calabria insgesamt 34 Angeklagte zu Gefängnisstrafen von bis zu 13 Jahren. Zehn Verdächtige seien freigesprochen worden.

Der Feindschaft zwischen dem Nirta-Strangio- und dem Pelle-Vottari-Clan aus dem kalabrischen Dorf San Luca fielen seit 1991 mehr als ein Dutzend Menschen zum Opfer.

Im August 2007 waren in Duisburg vor einer Pizzeria sechs Italiener im Alter zwischen 16 und 38 Jahren mit zahlreichen Schüssen regelrecht hingerichtet worden.

Die Tat gilt als Racheakt für die Ermordung der Frau eines der Clanchefs, Giovanni Nirta, an Weihnachten 2006. Der mutmasslichen Haupttäter von Duisburg, der 30-jährige Giovanni Strangio, wurde vergangene Woche in Amsterdam gefasst. Deutschland und Italien verlangen beide seine Auslieferung.

Der Prozess in Reggio di Calabria hatte im vergangenen Oktober begonnen. Die Angeklagten durchliefen ein Schnellverfahren, nach dem sie allein auf Grundlage der im Ermittlungsverfahren zusammengetragenen Beweise und ohne mündliche Verhandlung verurteilt werden können.

Im Gegenzug war ihnen eine Strafminderung in Aussicht gestellt worden. 14 weitere Verdächtige wählten einen normalen Prozess, ihre Urteile stehen noch aus.