Blasmusik
33 Jahre und noch kein bisschen leise

Nach einer Woche intensiven Übens fand das 33. Blasmusiklager Luzern-Bern in einem begeisternden Konzert seinen krönenden Abschluss. 62 junge Musikantinnen und Musikanten erfreuten das zahlreich erschienene Publikum.

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33 Jahre und kein bisschen leise

33 Jahre und kein bisschen leise

Hansjörg Sahli

Betty Ott-Lamatsch

Bis auf den letzten Platz war der grosse Saal im Hotel Mohren in Huttwil besetzt. Und wahrlich, die treue Fangemeinder der 10- bis 18-jährigen Teilnehmenden wurde auch dieses Jahr nicht enttäuscht. Was die Jungen nach nur einer Woche Übungslager in Wildhaus darboten, vermochte die Anwesenden gleichermassen zu begeistern und zu berühren.

«Ihr, wertes Publikum, könnt nun die akustischen Früchte dieser kurzen Zeit im Toggenburg geniessen», meinte Josef Vogel, der gekonnt, charmant und mit viel Humor durch den kurzweiligen Abend führte. Man mochte es ihm, der zugleich auch die Leitung des Blasorchesters II innehatte, glauben, wenn er berichtete, dass die Mädchen und Buben beim Proben glühende, rote Backen bekamen. «Sie haben wirklich alles gegeben», und das taten die jungen Künstlerinnen und Künstler auch am Abschlusskonzert.

«Tropische Hitzewelle» hiess das erste Stück, welches die Mitglieder des Blasorchesters II in ihren fröhlichen, selber kreierten T-Shirts im kühlen Huttwil spielten. So manche weitere Darbietung animierte zum Mitklatschen, und der oft lang anhaltende Beifall bewies, dass sich das konzentrierte Üben auszahlte. Nach neun Stücken und der «Wildhauser Lagerpolka» als Zugabe, wurden die 25 Musikerinnen und Musiker mit tosendem Applaus und Bravo Rufen in die Pause entlassen.

Von der Welle bis zum Schub

Mit jeweils einem kleinen Präsent, einer grossen Welle oder einem lautstarken «Zicke Zacke» wurde den 14 ehrenamtlich arbeitenden Helferinnen und Helfern gedankt. Ohne ihre musikalische Mithilfe bei den Registerproben oder bei der ansprechenden Gestaltung der Freizeit, ohne die Fünfsterneküche oder die bestens funktionierende Administration und Orchesterleitungen, wäre das beliebte Blasmusiklager gar nicht erst möglich.

«Es wird uns auch in 33 Jahren noch geben", meint ein verschmitzt lachender Paul Gygli. Auf seine Motivation angesprochen, sich bei einem so grossen Lager als Hauptleiter und Dirigent einzubringen, meint er: «Es ist eine gute Jugend und ich bin überzeugt, so manchem gibt diese Lagerwoche Schub für ein weiteres Jahr.»

Musik verbindet

Rassig, mitreissend und eindrücklich waren dann auch die Darbietungen des Blasorchesters I. «Musik kann Freude und Leid ausdrücken», so Josef Vogel. Die vielen im Takt wippenden Füsse bewiesen, dass Musik aber auch eine Sprache ist, die verbindet. Mit ihr können Brücken zwischen Alt und Jung, Weiss und Schwarz, und in diesem Fall zwischen den Kantonen Luzern und Bern gebaut werden. So mancher im Lager geknüpfte Kontakt bleibt über Jahre bestehen.
«Es ist immer lustig und ich freue mich, alte Kolleginnen und Kollegen wieder zu sehen», so die 16jährige Rebekka Kindler aus Koppigen. Die Saxophonistin ist dieses Jahr zum sechsten Mal dabei, und ausser der Tatsache, dass neu die jüngeren und älteren Teilnehmer gleichzeitig Nachtruhe hätten, sei es absolut super cool gewesen.
Der 15jährige Andreas Feuz aus Huttwil spielt Querflöte und genoss vor allem auch den Ausgang am Abend. Er ist zum fünften Mal dabei und geht mit Rebekka einig, «die rund sieben Stunden Üben pro Tag sind zwar sehr streng, aber diese Woche ist jedes Mal wieder ein Erlebnis».

Natelentzug und Feueralarm

Bei den Filmmelodien von «Shrek» erinnerte der Moderator an die «schrecklichen» Natels im Lager, und die Ankündigung des nächsten Titels «Mamma Mia» animierte ihn zur Wiedergabe der Episode «Feueralarm»: Kinder und Leiter wurden um sechs Uhr morgens unfreundlich aus ihrem Schlaf gerissen, und nach turbomässigen Abklärungen der Leiterin «Mamma» Ursina schliefen um 6.05 Uhr bereits wieder alle friedlich im nicht brennenden Holzhaus weiter.
«Eine grossartige Leistung haben diese Jungen heute vollbracht», meinte Zuhörer Walter Rickli aus Bleienbach anerkennend. Die Freude ob dem Dargebotenen war im Saal spür- und dank innigem Applaus auch laut hörbar.

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