30 Stellen fallen weg

Kanti Solothurn: Als Folge der Oberstufenreform verliert die Schule bis 2014 15 Prozent der Lehrpensen. (Felix Gerber)

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Kanti Solothurn: Als Folge der Oberstufenreform verliert die Schule bis 2014 15 Prozent der Lehrpensen. (Felix Gerber)

An den Kantonsschulen in Solothurn und Olten werden bis 2014 30 volle Lehrpensen gestrichen. Der von der GAV-Kommission ausgehandelte Sozialplan findet Zustimmung.

Elisabeth Seifert

Die Umsetzung der Reform auf der Sekundarstufe I bleibt für die beiden Kantonsschulen in Solothurn und Olten nicht ohne - unangenehme - Folgen. Im kommenden August startet das dreijährige Untergymnasium (UG) zum letzten Mal, allerdings nur noch mit Schülerinnen und Schülern, die sechs Primarschulklassen absolviert haben. Für Fünftklässler ist das UG dann bereits passé. Im Jahr drauf ist endgültig Schluss: Ab August 2011 wird das klassische Untergymnasium abgelöst durch die sogenannte Sek P (Progymnasium), die nur noch zwei Jahre dauern wird. Hinzu kommt, dass der progymnasiale Unterricht künftig an neun Standorten - heute sind es sechs - angeboten wird. Und schliesslich ist Latein nicht mehr Pflicht-, sondern nur noch Wahlpflichtfach - neben «Wissenschaft und Technik».

Diese Veränderungen bedeuten, dass von den heute total 36 UG-Klassen in Solothurn und Olten nach Berechnungen der beiden Kantonsschulen «nur» noch 16 übrig bleiben werden. Betroffen sind 30 Lehrpensen. Gestern hat die Regierung den von der GAV-Kommission ausgehandelten Sozialplan abgesegnet, der sich eng an denjenigen der Solothurner Spitäler AG anlehnt. Er kostet den Kanton 1,5 Mio. Franken, die über einer Reservekasse im Mittelschulbudget finanziert werden.

Über ordentliche Pensionierungen

Wie Andreas Brand, Chef im Amt für für Berufsbildung, Mittel- und Hochschulen (ABMH), auf Anfrage sagte, erfolgt die Stellenreduktion über mehrere Jahre hinweg, von 2010 bis 2014. «Auf diese Weise kann der Abbau in zwei Dritteln der Fälle durch ordentliche Pensionierungen aufgefangen werden.» Für rund zehn Lehrpensen müssten, so Brand, «individuelle» Lösungen gefunden werden. Kündigungen oder auch vorzeitige Pensionierungen seien nicht vermeidbar, «wenn immer möglich wollen wir die Betroffenen aber weiter beschäftigen», unterstrich der Chef im ABMH. Infrage komme hier, etwa über einen Fächerwechsel, eine weitere Tätigkeit an einer der beiden Kantonsschulen. Denkbar seien auch Anstellungen an einer Berufsschule oder an einem anderen Sek-P-Standort.

Der Sozialplan sieht eine sechsmonatige Kündigungsfrist vor. Weiter gibts, abhängig vom Lebens- und Dienstalter, eine Abgangsentschädigung. Eine zusätzliche finanzielle Hilfe sichert der Sozialplan für den Fall einer beruflichen Neuorientierung zu. Frühpensionierte dürfen mit Überbrückungshilfen rechnen. Abgefedert werden schliesslich auch Lohneinbussen, zum Beispiel dann, wenn eine Lehrperson von der Kanti an die Volksschule wechselt oder aber eine Pensenreduktion in Kauf nehmen muss.

Olten triffts härter

Die beiden Kantonsschulen verlieren laut Andreas Brand je 10 Klassen. Das aber bedeutet, dass die Kanti Olten, die um einiges kleiner ist als ihre Schwesterschule in Solothurn, die Folgen stärker zu spüren bekommen wird. Gemäss Stefan Zumbrunn, Direktor der Kanti Solothurn, sind in Solothurn 15 Prozent der Lehrpensen betroffen. Für die Kanti Olten waren gestern keine genauen Zahlen in Erfahrung zu bringen.

Stefan Zumbrunn und auch André Müller, Präsident des Solothurner Kantonsschullehrerverbandes, loben den Sozialplan als «fair und ausgewogen». Probleme sieht namentlich Müller aber bei der Umsetzung. «Es dürfte nicht einfach sein, dass Kantonsschullehrer in einem Bezirkslehrer-Kollegium akzeptiert werden.»

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