25 Kilo Heroin im Wagen

Ausgerechnet in Riniken hatte die Kantonspolizei Aargau einen bedeutenden türkischen Drogenring sprengen können und rund 25 Kilogramm Heroin sichergestellt. Seit gestern beschäftigt der rekordverdächtige Fall das Bezirksgericht Zürich.

Attila Szenogrady

Für den Aargau ist es der grösste Heroinfall der letzten Jahre. Es war am 28. September 2007, als den Drogenfahndern der grosse Coup gelang. Um die Mittagszeit nahmen sie in Riniken in einer Garage einen türkischen Anwohner sowie zwei weitere Männer aus Anatolien fest. Die verdächtigen Personen waren gerade im Begriff, diverse Pakete aus einem Personenwagen auszubauen. Bei der Ware handelte es sich um rund 25 Kilogramm hochwertiges Heroin. Ein Kurier hatte die harten Drogen wenige Tage zuvor von der Türkei aus in den Kanton Aargau eingeführt.

Doppelspiel eines Polizeispitzels

Seit Mittwoch müssen sich die drei Angehörigen des Drogenringes vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Als erster Angeklagter trat der heute 32-Jährige aus Riniken vor die Schranken. Laut Staatsanwalt hatte der Angeschuldigte die Polizei zunächst regelmässig heimlich mit Informationen versorgt. Indes habe er dann begonnen, ein Doppelspiel zu betreiben, führte Staatsanwalt Christian Meier aus. So habe der Angeklagte die Einfuhr der 25 Kilogramm Heroin nicht mehr der Polizei gemeldet, hielt Meier vor dem Prozess fest.

Beim Prozessauftakt kam es zu einer ersten Überraschung. So schloss das Gericht beim früheren Polizeiinformanten die Öffentlichkeit und Medien aus schutzwürdigen Interessen aus. Immerhin war aus der Anklageschrift ersichtlich, dass die Staatsanwaltschaft für den Ex-Spitzel eine unbedingte Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verlangt.

Am kommenden Dienstag muss sich der mutmassliche Chef der Bande vor dem Gericht verantworten. Ihm droht eine hohe Freiheitsstrafe von 10 Jahren. Zudem soll eine ehemals bedingte Gefängnisstrafe von 16 Monaten widerrufen werden. Der heute mit 30-Jährige, mit einer Schweizerin verheiratet, soll zwischen Januar und September 2007 den Import von über 33 Kilogramm Heroin in den Aargau sowie in das Zürcherische Limmattal organisiert haben. Es ist noch unklar, ob der türkische Staatsangehörige vor den Schranken ein umfassendes Geständnis ablegen wird.

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