Polens Präsident Lech Kaczynski ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Es müsse geklärt werden, warum das Gebäude so schnell abgebrannt sei, erklärte Kaczyinski bei einem Besuch am Unglücksort. Hier müsse ein "fundamentaler Fehler" vorliegen, sagte das Staatsoberhaupt. Er schloss auch Brandstiftung nicht aus.

Auch Ministerpräsident Donald Tusk versprach bei einem Besuch in dem Ostsee-Kurort den Überlebenden schnelle Hilfe. Es ist die grösste Brandkatastrophe in Polen seit Jahren.

Das Feuer brach gegen 01.00 Uhr nachts aus und hatte das ehemalige Arbeiterhotel im Ostsee-Kurort Kamien Pomorsky binnen Minuten in eine riesige Fackel verwandelt.

"Die Flammen schlugen meterhoch in den Himmel", sagte ein Feuerwehrmann. In dem dreistöckigen Haus kämpften die Menschen verzweifelt um ihr Leben, es spielten sich Horrorszenen ab. Das Gebäude brannte komplett aus.

Zahlreiche Bewohner hätten sich noch vor dem Eintreffen der Löschfahrzeuge retten können, sagte er. Sie seien teils aus den Fenstern gesprungen und hätten dabei Knochenbrüche erlitten. Unter den Verletzten sei auch ein eineinhalbjähriges Kind, berichtete der Fernsehsender TVN24 unter Berufung auf einen Arzt.

Staatsanwaltschaft und Polizei gingen der Brandursache nach. Ein Bewohner äusserte im Fernsehen die Vermutung, ein betrunkener Mitbewohner sei möglicherweise mit einer brennenden Zigarette im Mund eingeschlafen und habe so das Feuer ausgelöst. Dies sei dem Mann in der Vergangenheit schon einmal passiert.