186 Bäume fürs Aare-Seetal

Ausgerüstet mit Pickel, Spaten und Schaufel, haben 170 Studenten Hochstammobstbäume gepflanzt. Bohnapfel und Sauergrauch sollen für einen feinen Hunzenschwiler Most sorgen.

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Aargauer Zeitung

Manuela Schaer

Ein schmaler Weg führt hinauf bis zum Waldrand. Vorbei an den letzten Wohnhäusern und zwischen Weiden hindurch. Schon von weitem fallen die 70 Studenten auf dem Feld auf. 35 Jungbäume setzten die Betriebsökonomie-Studenten am letzten Dienstagnachmittag auf dem Feld von Landwirt Kurt Hartmann in Hunzenschwil. Jeder der drei- bis vierjährigen Hochstammbäume kommt direkt aus der Baumschule Dürrenäsch. Sie haben nur ein paar feine Triebe und einen zarten Stamm. Ein Etikett verrät, welches Obst sie später einmal tragen werden. Zwetschgen, Kirschen, Edelkastanie und jede Menge Äpfel. Bohnapfel und Sauergrauch sind uralte Apfelsorten, die sich gut zum Mosten eignen. Genau dafür wird Landwirt Hartmann die Äpfel verwenden. Bis die Edelbäume aber eine schöne Ernte liefern, wird es etwa 15 Jahre dauern.

Verantwortung gegenüber der Natur

Die Baumpflanzaktion 2009 ist Bestandteil eines sechsjährigen Projekts zur Nachhaltigkeit der Stiftung Kulturlandschaft Aare-Seetal (KLAS). Insgesamt haben 170 Studenten letzten Samstag und Dienstag 186 junge Hochstammbäume in Dürrenäsch und Hunzenschwil gepflanzt.

Zusammen mit der Natur- und Umweltkommission der Gemeinde Hunzenschwil haben sich drei Landwirte vor Ort einverstanden erklärt, auf ihrem Land Hochstammobstbäume anzupflanzen. Die Arbeitskräfte bestellte die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Brugg-Windisch.

Finanziert wird die Aktion vom Kanton Aargau im Rahmen des Landschaftsentwicklungsprogramms (LEP), der Gemeinde Hunzenschwil von und der Fachhochschule. Rund 180 Franken kostet es, bis ein Hochstammobstbaum eingepflanzt ist. Hinzu kommen Materialien, mit denen der Jungbaum vor Nagern, Waldtieren und Krähen geschützt wird.

Das Ziel der Fachhochschule ist, den neu eintretenden Studenten eine praxisnahe Lerneinheit zu vermitteln. Sie sollen lernen, dass Nachhaltigkeit mit Verantwortung zusammenhängt. Aber was hat denn diese Aktion den Studenten gebracht? «Einen ECTS-Punkt», sagt ein Student schmunzelnd. Die Stimmung unter den Studenten ist heiter. Zwischendurch genehmigt sich der eine oder andere eine Zigarettenpause. Nicht alle sind die körperliche Arbeit gewohnt.

Landwirt Hartmann wird sich ab nun um die Bäume kümmern. Einen grossen Ertrag wird er damit aber nicht erzielen. Deshalb sagt er: «Hätten die Studenten hier nicht die Obstbäume gepflanzt, hätte es wohl Zuckerrüben gegeben.»

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