18 Bobs und ein Holzschlitten angeliefert

Diese Schlitten wurden für eine Kindergartenklasse zum Binzenhofhügel in Aarau gefahren

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18 Bobs und ein Holzschlitten angeliefert

18 Bobs und ein Holzschlitten angeliefert

Sabine Kuster

Es war am letzten Freitag. Der Winter hatte zum wahrscheinlich letzten Mal gezeigt, was er draufhat. Da fuhren des Morgens am Binzenhofhügel in Aarau drei Autos vor. 19 Schlitten wurden ausgeladen und der Strasse entlang aufgereiht. Die roten waren klar in der Überzahl, zwei grell orange stachen aus der wohlgeordneten Masse. Eine halbe Stunde später marschierten die Besitzer an: Kindergärtler. Sie rannten zu ihren Schlitten und zogen sie den Hügel hoch, fuhren runter, zogen ihn wieder hoch... Später sassen sie auf ihren Gefährten im Kreis.

Am Mittag kamen die Eltern und holten ihre Kinder ab. Schlitten und Kinder wurde in Autos geladen und heimgefahren oder zu Fuss nach Hause begleitet.

Übers Wochenende wurde der Binzenhofhügel durch die Sonne wieder grün und im Kindergarten erzählt die Kindergärtnerin wohl schon vom Frühling, von Osterglocken und Hasen.

Man könnte an dieser Stelle über die Kinder beziehungsweise die Eltern
von heute lästern, über die Verweichlichung und dass die Kleinen ihre Schlitten doch selbst hätten bis zum Binzenhofhügel ziehen können. Einzuwenden ist aber, dass die Strasse aper war, wie obiges Bild zeigt. Das Ziehen von 18 Plastik- und einem Holzschlitten hätte bestimmt einen höllen Lärm im Quartier verursacht und farbige Plastik-Raspelspuren hinterlassen. Es sei hier also stattdessen jenen Eltern ein Kränzchen gewunden, die bereit waren, die Kindergärtnerin in ihrem Vorhaben zu unterstützen, den Winter bis zum letzten Tag auszunützen.

Die Kindergärtnerin war leider nicht erreichbar und so bleibt noch diese Frage: Wem gehörte der einzige Holzschlitten? Und wurde der Besitzer deswegen ausgelacht oder gar beneidet?

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