Lothar
10 Jahre nach Sturm Lothar: Lehren gezogen

Am 26. Dezember 1999 fegte der Sturm Lothar mit bis zu 249 Km/h über die Schweiz. Er forderte 14 Tote.

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Sturm Lothar
10 Jahre nach Sturm Lothar

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Keystone

Der Sturm Lothar zog am 26. Dezember 1999 in verschiedenen Etappen über die Schweiz hinweg. Er kam vom Jura her und überquerte das Mittelland, die Zentralschweiz sowie die Nordostschweiz. Die Südschweiz und die Südostschweiz wurden verschont. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden gemessen auf dem Jungfraujoch mit 249 km/h und auf dem Uetliberg mit 241 km/h.

Während des Sturms Lothar kamen 14 Menschen ums Leben. Zudem starben 15 Personen bei Holzarbeiten allein im Jahr 2000. Auch die materiellen Schäden waren immens: 600 Millionen Franken Schäden an Gebäuden und 750 Millionen Franken Schäden und Folgekosten am Wald.

Enorme Folgekosten

Zudem fielen erhebliche Folgekosten an: Weil die Schutzwälder ihre Schutzfunktion teilweise verloren, mussten Verbauungen erstellt werden. Die von den Holztransporten stark beanspruchten Waldstrassen mussten repariert werden. Und vielerorts sind die Wiederbewaldungsarbeiten sowie die Pflege des Jungwaldes auch heute noch nicht abgeschlossen. Bund, Kantone und Waldeigentümerinnen und -eigentümer haben im letzten Jahrzehnt viel Geld in eine naturnahe und stabile neue Waldgeneration investiert.

Sturm hat Artenvielfalt begünstigt

Profitiert von Lothar hat dagegen die Natur: Studien zeigen, dass sich auf Waldflächen, wo die Bäume vom Sturm gefällt wurden, eine höhere Artenvielfalt entwickelte. Hauptgrund dafür ist, dass mehr Licht den Waldboden erreicht. Die grösste Vielfalt von Lebensräumen und damit von Tieren und Pflanzen hat sich dort eingestellt, wo die Schadflächen nur teilweise geräumt und wiederhergestellt wurden. An mehreren Orten wurde die Gelegenheit genutzt, um Waldreservate mit viel Totholz einzurichten. Dass sich die Natur generell schnell erholt, ist auch an den rasch wieder eingewachsenen Lücken im Schweizer Mittelland zu erkennen.

Vorsorge für künftige Ereignisse

Wegen des Klimawandels muss künftig häufiger mit grossen Stürmen gerechnet werden. Aufgrund der Erfahrungen mit hat das BAFU zusammen mit anderen Bundesstellen und den Kantonen in organisatorischer Hinsicht Vorbereitungen getroffen, um vor Naturereignissen besser warnen zu können und Schäden zu vermindern. Zudem haben das BAFU und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL dieses Jahr ein gemeinsames Forschungsprogramm gestartet. (pd/cal)