Felix Bingesser

Wie schnell im Fussball alles gehen kann, das haben die Aarauer Fussballer in den letzten Tagen erlebt. Der Weg von der totalen Tristesse zum ausgelassenen Freudentaumel wurde gerade einmal in einer Zeitspanne von vier Tagen absolviert. Vom Prügelknaben der Liga, vom «sicheren» Absteiger ist der FCA über Nacht zum kleinen FC Wundersam mutiert. Man ist nach den zwei Siegen gegen Xamax und bei Meister Zürich nun wieder dran an Bellinzona. Man hat das Schicksal mittlerweile wieder in den eigenen Füssen.

Stellvertretend für diese rasante Entwicklung steht Stürmer Orhan Mustafi. Vor drei Wochen ist er von Trainer Martin Andermatt suspendiert worden. «Die Gründe dafür hat mir Herr Andermatt nie genannt», sagt Mustafi. Am Freitag hat er erfahren, dass er in Zürich zum Kader gehört, und nochmals 24 Stunden später ist der Schütze des Aarauer Siegtreffers wieder der Held. «Ich wusste, dass ich etwas zeigen musste. Ich wusste, irgendwann gibt es einen Ball für mich.»

Er bekam den Ball von Michele Polverino und erzielte das Tor, das dem FC Aarau die «Big Points» bescherte, die es in einer solchen Situation braucht.
«Jetzt zittert Bellinzona», sagt Verteidiger Giuseppe Rapisarda. «Der Vorstand hat mit dem Trainerwechsel den Ball uns zugespielt. Unter Trainer Ranko Jakovljevic spielen wir wieder einen realistischen, einfachen Fussball mit klaren Aufträgen. Bei Andermatt wussten wir nicht so genau, was er eigentlich will.»

Doch auch Rapisarda blieb in der ausgelassenen Partystimmung Realist. «Für uns wird weiterhin jedes Spiel zu einem Cupfinal. Jetzt müssen wir diesen Schwung ausnützen.» Unterstützt werden sollen die Spieler dabei von vielen Damen. «Es gibt einen Ladies' Day. Alle Damen haben Gratiseintritt», sagt Sport-Koordinator Urs Bachmann.