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«Tigerli» vor der Verschrottung gerettet

Das «Tigerli» vom Spielplatz Kleinhüningen hat im Bahnpark Brugg eine neue Heimat gefunden.

Tigerli

Das «Tigerli» vom Spielplatz Kleinhüningen hat im Bahnpark Brugg eine neue Heimat gefunden.

Der Bahnpark Brugg hat Zuwachs durch eine Dampflok erhalten, die 1894 für die damalige Nordostbahn gebaut wurde Beinahe ein halbes Jahrhundert lang hat die kleine Dampflokomotive des Typs E3/3 – liebevoll auch «Tigerli» genannt – zur Freude der Kinder auf dem Spielplatz des Schifferkinderheims in Kleinhüningen gestanden. Jetzt wartet sie im Bahnpark Brugg auf die Totalrevision.

Louis Probst

«Eigentlich eher aussergewöhnlich, dass eine Lokomotive vor geschlossener Barriere warten muss», meint der Mann vom Regionalblatt. Aber so ist das eben, wenn sich eine Lokomotive auf die Strasse «verirrt». Am Freitagnachmittag jedenfalls biegt der Sattelschlepper mit der rund 24 Tonnen schweren Dampflokomotive auf dem Tiefladeanhänger aufs Areal des Bahnparks Brugg ein. Erwartet wird das Lökeli von zahlreichen Schaulustigen.

So auch von Gregor Tomasi, dem Präsidenten der Stiftung Bahnpark, von Jürg Balzan vom Verein Draisinen-Sammlung Fricktal - dem neuen Besitzer der Lokomotive - und natürlich von Pascal Troller, dem Initianten und Leiter des Projektes. «Es fehlt weniger, als zu befürchten war», meint Pascal Troller, während die Lokomotive mithilfe eines Pneukrans wieder auf die Schienen gestellt wird. Allerdings wäre er glücklich über Hinweise zum Verbleib der Laternen und der beiden Messingschilder mit dem Namen des Erbauers der Lokomotive - der SLM Winterthur - und der Fabriknummer 897.

In Brugg wird die Lokomotive, die 1894 für die damalige Nordostbahn gebaut und zuletzt bis 1963 im Basler Rheinhafen eingesetzt worden war, im Hinblick auf die Totalrevision untersucht und konserviert. Pascal Troller hofft, dass die Totalrevision - geschätzter Aufwand rund 400000 Franken - in fünf bis sechs Jahren abgeschlossen werden könnte.
Vorgesehen ist, dass die Lokomotive anschliessend im Bahnpark Brugg stationiert und vom Verein Draisinen-Sammlung Fricktal für Dampffahrten eingesetzt wird. Jetzt wartet das «Tigerli», geschützt unter dem Südbahnviadukt und eingepackt in Planen, auf seine zweite Jugend. Es befindet sich dabei sozusagen in bester Gesellschaft.

Immerhin stehen in unmittelbarer Nachbarschaft, im historischen Rundschuppen und im Langhaus, die beide 2006 durch die Stiftung Bahnpark Brugg von den SBB zur Gebrauchsleihe übernommen werden konnten, eine ganze Reihe historischer Lokomotiven. Und weitere sollen, wie Gregor Tomasi verrät, dazustossen. So Anfang März eine dieselelektrische Lok des Typs Bm 6/6. Sie wird allerdings nicht vor der geschlossenen Barriere warten müssen wie das «Tigerli».

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