Swiss hat mehr Rüpel an Bord – bei den SBB nimmt die Zahl ab

Swiss hat mehr Rüpel an Bord – bei den SBB nimmt die Zahl ab

Unterwegs auf Patrouille: Die SBB investiert viel in die Sicherheit (Archivbild)

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Unterwegs auf Patrouille: Die SBB investiert viel in die Sicherheit (Archivbild)

Die Swiss transportierte 2009 mehr pöbelnde Passagiere. Mit 369 so genannten Unruly Passengers stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent an. Im Gegensatz dazu ist bei den SBB eine Abnahme an randalierenden Reisenden feststellbar. « Die SBB hat in den letzten Jahren viel in die Sicherheit in den Zügen investiert und dies scheint Wirkung zu zeigen»

Auch gemessen am Passagiervolumen legten aufsässige Flugreisende zu: Pro 100 000 Flugreisende zählte die Swiss 2,6 unflätige Passagiere - ein Jahr zuvor 2,46. «Hauptproblem war wie in den Vorjahren der Alkohol», sagte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel gegenüber «Sonntag». 90 mal mussten Mitglieder der Flugzeug-Crew im einschreiten, weil betrunkene Passagiere das Personal oder Fluggäste belästigten. 2008 gab es 89 Zwischenfälle mit Alkoholisierten. Am zweitmeisten Meldungen, nämlich 81, lösten rauchende Passagiere aus (2008: 89). Gesunken ist auch die Zahl der Flugreisenden, die sich weigerten, ihren Laptop oder das Handy auszuschalten: 2009 rapportierte die Swiss drei Fälle, im Vorjahr 12.

Stark zugenommen haben dagegen verbale Attacken auf das Kabinenpersonal: 64 mal wurden Flight Attendants mit Schimpfwörtern und Flüchen eingedeckt - das sind 22 Pöbeleien mehr als ein Jahr zuvor. Wie Swiss-Sprecher Donzel sagte, zwangen die Randalierer und Pöbler aber keinen Flieger auf den Boden: «Im Gegensatz zu früher mussten wir nie zwischenlanden.»

Für die SBB zeigt sich eine entgegengesetzte Tendenz: «Die Zahl der Tätlichkeiten hat sich
im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert», sagt Roman Marti von der Medienstelle der SBB.
Während es im Jahr 2008 noch zu 240 Tätlichkeiten gegenüber dem Bahnpersonal kam, verringerte sich die Zahl 2009 auf 200. «Die SBB hat in den letzten Jahren viel in die Sicherheit in den Zügen investiert», erklärt Marti. Und «Diese zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen scheinen Wirkung zu zeigen.»

Bei den Tätlichkeiten handle es sich selten um Verletzungen. Vielmehr ereigne sich ein Handgemenge oder ein Anspucken. «Vor allem auf Frühzügen in den grossen Agglomerationen Gesamthaft würden am Wochenende über 200 Züge durch Securitas-Mitarbeitende begleitet. Auf welchen Strecken sich besonders viele Pöbeleien ereignen, darüber will die SBB keine Angaben machen. «Aus taktischen Gründen machen wir keine Angaben zu einzelnen Strecken», so Marti. (Sonntag/fhe)

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