Kältewelle

Zahl der Toten durch Kältewelle in der Ukraine auf 30 gestiegen

Kälte in Griechenland: Boote stecken im Eis fest (Archiv)

Kälte in Griechenland: Boote stecken im Eis fest (Archiv)

In ganz Europa herrschen zurzeit eisige Temperaturen. Besonders betroffen sind die Länder Osteuropas, wo Dutzende Menschen wegen der Kälte starben. Allein in der Ukraine starben bei Temperaturen bis zu minus 30 Grad weitere zwölf Menschen an Unterkühlung.

Damit sind im osteuropäischen Land innerhalb von fünf Tagen 30 Menschen der Kälte zum Opfer gefallen. Die meisten von ihnen waren Obdachlose, die auf der Strasse erfroren, wie das Katastrophenschutzministerium am Dienstag in Kiew mitteilte. Mehr als 600 Menschen hätten sich wegen Erfrierungen und Unterkühlung in ärztliche Behandlung begeben müssen.

Die ukrainische Regierung zeigte sich alarmiert: Sie richtete einen Krisenstab ein, der rund um die Uhr tätig sein soll, wie die Nachrichtenagentur Unian am Dienstag berichtete. Das Gremium soll sicherstellen, dass es im Land ausreichend Anlaufstellen für besonders gefährdete Menschen wie Obdachlose gibt.

Minusrekord in Bulgarien

Auch am Schwarzen Meer krallte sich die sibirische Kälte fest. Bei Werten bis minus 29 Grad wurde in ganz Bulgarien die zweithöchste Warnstufe ausgerufen. Damit wurde ein Rekord aus dem Jahr 1942 übertroffen. Hinzu kam noch eine Grippewelle - an mehr als 450 Schulen fiel der Unterricht aus.

Berstende Wasserrohre

Polen verzeichnete innerhalb von 24 Stunden fünf Kältetote. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf 15 in den vergangenen vier Tagen, wie die Polizei mitteilte. Die Temperaturen sanken im Südosten des Landes auf 27 Grad unter Null, in der Nacht wurden sogar minus 29 Grad erwartet.

Durch die Kälte brach stellenweise die Wasserversorgung zusammen - der Frost hatte Wasserrohre bersten lassen. Betroffen waren vor allem Altbauten, darunter auch solche in der Hauptstadt Warschau.

Eisige Kälte auch in Griechenland

Selbst in südlichen Gefilden herrschen arktische Bedingungen. Wie das griechische Wetteramt mitteilte, wurden in Nordgriechenland am Dienstag Temperaturen von minus zwölf Grad Celsius gemessen. Zahlreiche Schulen blieben geschlossen.

In Athen herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt. In der griechischen Hauptstadt, in der unter anderem auch wegen der Finanzkrise 20'000 Menschen obdachlos sind, wurden Hallen geöffnet, damit diese Menschen Zuflucht finden können.

In den kommenden Nächten seien Temperaturwerte um minus 20 Grad möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst am Dienstag mit. Auch in der Schweiz wird fürs Wochenende mit Tiefstwerten gerechnet.

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