"Das Kino ist mehr denn je ein Konsumartikel geworden und als solcher eher daran interessiert, von 'Lebensfragen' abzulenken", sagte der 69-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Für den Erfolg eines Films sei Werbung ein grösserer Faktor als früher. "Und die Filme, die existenzielle Fragen stellen, haben a priori geringere Werbemittel. Solche Filme gehen deshalb auch ganz schnell unter."

Ernüchtert zeigte sich Wenders von den Besucherzahlen seines jüngsten Films: "Die Zuschauer, die aus 'Every Thing Will Be Fine' herauskommen, sind zu einem grossen Teil emotional tief berührt, aber die Zahl derer, die den Weg in den Film finden, ist trotzdem enttäuschend." In dem Film geht es um zwei Familien, die nach einem Verkehrsunfall traumatisch einander verbunden sind.