Social Media
Wie sich Xenia Tchoumitcheva mit ihrem Handy reich knipst

Dank ihren acht Millionen Followern verdient die Tessinerin ein Vermögen. Damit sie Fotos oder Filmchen von sich mit Accessoires wie unter anderem Taschen und Kleidern auf ihren Social-Media-Kanälen postet, bezahlen ihr Modelabels oder andere Firmen viel Geld.

Sacha Ercolani
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Xenia Tchoumi setzt sich und Kleider in Szene und verdient daran.

Xenia Tchoumi setzt sich und Kleider in Szene und verdient daran.

Keystone

Mit auf den sozialen Netzwerken geposteten Fotos von sich den Lebensunterhalt zu verdienen, gehört mittlerweile zum Traumjob vieler junger Menschen. Doch was einfach scheint und nach Spass aussieht, sei knochenharte Arbeit, mahnt die ehemalige Vize-Miss-Schweiz Xenia Tchoumi.

«Klar, gute Fotos machen kann heute mit der neuen Technik und den vielen Apps beinahe jeder, doch in diesem Job kommt es auf die Kreativität, Kontinuität und vor allem auf die Glaubwürdigkeit an.» Nur wer viel Einsatz an den Tag lege und das Ganze wie einen normalen Job angehe, könne damit langfristig Erfolg haben und auch Geld verdienen.

Die Tessinerin mit den russischen Wurzeln weiss, wovon sie spricht. Über 5,8 Millionen Follower hat sie auf Facebook, rund 1,2 Millionen sind es auf dem Foto-Portal Instagram, und mit Youtube und Snapchat kommen noch einmal eine Million dazu.

Xenia Tchoumi, wie sie sich seit einiger Zeit nennt (der Familienname lautete davor Tchoumitcheva), hat sich als Influencer (Beeinflusserin) international einen Namen erarbeitet.

Vize Miss Schweiz 2006 Xenia Tchoumitcheva (Archiv)
16 Bilder
Ex-Vize-Miss-Schweiz Xenia Tchoumitcheva (Archiv)
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Xenia wird Vize-Miss
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Xenia Tchoumitcheva, hier eher im Model- als im Business-Look (Archiv)
Xenia Tchoumitcheva
Xenia Tchoumitcheva

Vize Miss Schweiz 2006 Xenia Tchoumitcheva (Archiv)

Keystone

Damit sie Fotos oder Filmchen von sich mit Accessoires wie unter anderem Taschen und Kleidern auf ihren Social-Media-Kanälen postet, bezahlen ihr Modelabels oder andere Firmen viel Geld: «Ich setze mich teilweise viele Monate bis zu einem Jahr mit einer Marke auseinander und poste nicht einfach unüberlegt ein paar Bilder», sagt die Ökonomin.

«Wenn man so viele Follower hat, hat man auch eine sehr grosse Verantwortung.» Das Ganze sei Interaktion und keine einseitige Kommunikation, sie erhalte enorm viele Feedbacks und müsse sich dann seriös darum kümmern.

Influencer zeichnen sich durch eine besonders hohe Netzwerkgrösse und Überzeugungskraft aus. Durch ihre Empfehlungen über Twitter, Facebook, Instagram, Snapchat oder Youtube bilden sie Kommunikationsbrücken, die den Erfolg von Marken und Produkten nachhaltig beeinflussen. Schliesslich suchen heute viele Konsumenten bewusst den Kontakt zu bewährten Experten im Social-Web, bevor sie sich für den Kauf eines bestimmten Produkts entscheiden.

Schnell noch viel mehr Geld verdienen könnte Xenia Tchoumi gemäss eigenen Angaben, doch sie lehne viele Anfragen ab, sagt sie. «Image ist in dem Job alles. Ich arbeite nur für Projekte, hinter denen ich auch zu hundert Prozent stehen kann.» Allein die Top Ten der sogenannten Social-Stars erreichen über ihre Kanäle weit über 150 Millionen Menschen weltweit – Tendenz
minütlich steigend.

Damit nicht genug: Jede dieser einflussreichen Frauen hat sich inzwischen ein eigenes Business rund um ihren Erfolg im Netz aufgebaut. Neben klassischen Werbeanzeigen auf ihren Youtube-Channels lancierten Social-Media-Stars wie beispielsweise Zoe Sugg (26) oder Huda Kattan (34) eine eigene Beauty-Linie, kooperieren mit den grossen Firmen der Schönheitsindustrie wie Maybelline oder veröffentlichen eigene Bücher.

Laut Mode-, Trends-, Beauty- und People-Hochglanzmagazin «Vogue» verdienen einige mit ihren Posts bis zu umgerechnet 50 000 Franken pro Monat – und pro einzelne Aktion zum Teil mehrere tausend Franken. Ihr Einkommen will Xenia Tchoumi nicht verraten – zumindest reicht es , um in London, wo die Wohnungsmieten und Lebensmittel enorm teuer sind, gut zu leben.

«Aufgrund meines Jobs habe ich mittlerweile so viele Kleider zu Hause, dass ich nun
eine grössere Wohnung suchen muss», sagt die attraktive Singlefrau, die es bei der Miss-Schweiz-Wahl 2006 auf den zweiten Platz geschafft hatte. «Dies sogar, obwohl ich immer wieder viele Kleider für einen guten Zweck verkaufe.»