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Wie Mark Zuckerberg den Chinesen die Sprache verschlug

Der Facebook-Gründer stand gestern an einer Pekinger Universität eine halbe Stunde lang Red und Antwort. Das Aussergewöhnliche daran: Das Gespräch wurde nicht auf Englisch geführt.

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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg am 22. Oktober an einer Podiumsdiskussion an der Tsinghua Universität in Peking.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg am 22. Oktober an einer Podiumsdiskussion an der Tsinghua Universität in Peking.

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Die Tsinghua-Universität in Peking gehört zu den zwei renommiertesten Hochschulen Chinas. Hier hielt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gestern eine Rede und nahm anschliessend an einer Fragerunde teil - komplett auf chinesisch. Wenig später lud der Tech-Milliardär das Video seines Auftritts auf seinen persönlichen Facebook-Account. Seine Online-Follower reagierten mindestens so verblüfft wie seine Zuhörer an der Tsighua-Universität. Eine von Zuckerbergs Mitarbeiterinnen kommentierte augenzwinkernd: «Ich hoffe, meine Mutter sieht dieses Video nicht - sonst wird sie enttäuscht sein von mir.»

In der chinesischen Öffentlichkeit wurde Zuckerbergs Auftritt laut «Wallstreet Journal» mit sehr viel Wohlwollen aufgenommen, obwohl er während der Fragerunde immer wieder stockte und grammatikalische Fehler beging. «Mein Chinesisch ist ziemlich schrecklich», sagte Zuckerberg und erntete dafür viele Lacher aus dem Publikum. Er erzählte weiter, er habe China schon vier Mal besucht und in erster Linie Mandarin gelernt, um mit seiner chinesisch-amerikanischen Frau Priscilla Chan und deren Familie kommunizieren zu können. Als er um die Hand seiner Gattin anhielt, tat er dies selbstredend auf chinesisch.

«Zuck» hat aber nicht nur private, sondern auch handfeste geschäftliche Interessen im Fernen Osten: Seit 2008 blockiert die Regierung in Peking Facebook für chinesische Nutzer. Mit etwas technischem Geschick kann man die Sperrung zwar umgehen, doch solange sie nicht aufgehoben wird, bleibt Facebook der Zugang zum grössten Internetmarkt der Welt verwehrt. Seine Sprachkenntnisse kommen Zuckerberg bei seiner jetzigen Charmeoffensive zur Aufhebung der Sperrung sicher gelegen. (lhn)

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