Erotisch

Wie Gott sie schuf: Warum eine Berner Theologin (65) in den Playboy will

Hinter dem oberflächlichen Wunsch steckt mehr: Im «TalkTäglich» sprach Beatrice Häberling über ihre Botschaft und über ihr Leben.

Hinter dem oberflächlichen Wunsch steckt mehr: Im «TalkTäglich» sprach Beatrice Häberling über ihre Botschaft und über ihr Leben.

Beatrice Häberling (65) war jahrelang als Seelsorgerin tätig. Jetzt wünscht sich die Theologin einen Auftritt im Playboy. Dahinter steckt mehr als nur ein Flair für Erotik. Sondern eine erstaunliche bis erschreckende Lebensgeschichte sowie eine klare Botschaft.

Mit 60 hat sie sich ablichten lassen. Leichtbekleidet. Das erotische Fotoshooting bei einem Playboy-Fotografen in München hat Beatrice Häberling von ihrem Mann geschenkt bekommen. Seit 2010 ist sie mit ihm verheiratet. «Er ist 20 Jahre jünger als ich», fügt sie noch an.

Die Fotos blieben nicht privat. Beatrice Häberling war leicht bekleidet in den Schweizer Medien zu sehen. Zu interessant die Gegensätze, die sie vereint: die Theologin und das Playmate. Fünf Jahre später sitzt sie im «TalkTäglich»-Studio und spricht über die Bilder, aber auch über ihr Leben.

Auf die Frage von Moderator Hugo Bigi, was sie dazu treibt, erotische Fotos von sich machen zu lassen, antwortet sie trocken: «Ich finde es sehr schön, ich finde meine Körper o.k. und erotische Fotos gefallen mir.»

«Ich finde Natürlichkeit etwas Schönes»

Beatrice Häberling hat noch nicht genug. Sie wünscht sich, dass erotische Fotos von ihr im Playboy erscheinen. Die Frau aus Oberwangen BE ist nicht nur Theologin, sie ist mittlerweile auch Rentnerin. Das passt alles auf den ersten Blick nicht so recht zusammen.

Hinter dem oberflächlichen Wunsch steckt aber eine tiefgründige Botschaft. Diese richte sie vor allem an Frauen, die sich für die Schönheit unters Messer legen. «Ich finde, das braucht es alles nicht», sagt sie. «Natürlichkeit finde ich etwas Schönes.»

Die erotischen Bilder aus dem besagten Fotoshooting vor fünf Jahren:

«Sind Sie exhibitionistisch veranlagt?», will Hugo Bigi wissen. Häberling streitet das nicht ab, sie gibt ihm recht: «Schon mit 19 wollte ich modeln, habe eine Mannequin-Schule macht.» Doch dann kam erst einmal alles anders.

Die tragische Wendung

Mit 23 wurde Beatrice Häberling Mutter. Als ihr Sohn fünf Monate alt war, wurde sie mit dem Kinderwagen auf einem Fussgängerstreifen angefahren. Das Kind war sofort tot.

«Danach war es nicht mehr so wie vorher», sagt sie. Die Trauer hat sie lange begleitet. Mit 45 habe sie begonnen, nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Das hat den Ausschlag gegeben für die Seelsorger-Ausbildung: «Ich wollte in die Tiefe gehen und mehr über die Abgründe der menschlichen Seele erfahren.» Nach dieser Ausbildung hat sie mit 53 Jahren begonnen, Theologie zu studieren.

Sehen Sie hier die ganze Sendung «TalkTäglich» mit Beatrice Häberling.

Sehen Sie hier die ganze Sendung «TalkTäglich» mit Beatrice Häberling.

In der Zeit der Trauer und der Ausbildung hatte der Traum von Beatrice Häberling lange keinen Platz mehr. Erst viel später, eben mit 60 Jahren und ihrem heutigen Ehemann, kam er wieder an die Oberfläche.

 «Es hat mir gefallen, ich habe es sehr gern gemacht», sagt sie heute zu ihrem Fotoshooting in München. Und dennoch: «Ganz nackt würde ich mich nie zeigen. Da gibt es schon eine Intimsphäre, die nur mir gehört.» (smo)

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