Eheleben
Weshalb Bundesrätin Sommaruga aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen ist – ihr Gatte erzählt

Schriftsteller Lukas Hartmann und seine Frau, Bundesrätin Simonetta Sommaruga, haben sich vor Kurzem entschieden, unter der Woche in getrennten Wohnungen zu leben. In einem Interview erzählt Hartmann, wie es ihnen damit ergeht.

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Bundesrätin Simonetta Sommaruga und Ehemann Lukas Hartmann
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Simonetta Sommaruga und Lukas Hartmann im April 2015
Ab November 2010 ist Sommaruga Bundesrätin - im Bild ihr Mann Lukas Hartmann (rechts), der sich mit Sohn Jonas Hartmann über die Wahl freut.
Sommaruga ist seit November 2010 Justizministern und damit Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD).
Einer der öffentlichen Auftritte im Jahr 2014, bei denen Lukas Hartmann an der Seite seiner Frau ist. Die neue Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und ihr Gatte singen die Nationalhymne - rechts ihr Vorgänger Didier Burkhalter mit Gattin Friedrun.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga und Ehemann Lukas Hartmann

Keystone/THOMAS HODEL

Beine hoch, Bier auf, Fernseher an: drei Schritte und alle wissen, wovon die Rede ist: Feierabend! Vielleicht ist das beschriebene Nachhausekomm-Ritual lediglich Klischee und schon lange überholt. Doch mancherorts dürfte sich dieses Szenario, so oder ähnlich, nach wie vor hin und wieder abspielen.

So zum Beispiel bis vor Kurzem auch im Hause Sommaruga. Allerdings war es nicht der büezende Ehegatte, der sich abends auf die Couch warf und abschalten wollte, sondern die Bundesrätin selber. Zumindest wenn man den Aussagen von Ehemann Lukas Hartmann Glauben schenkt.

«Ich hingegen wollte vielleicht reden»

In einem Interview mit der «Schweizer Illustrierten», die heute Freitag erscheint, plaudert der Ehemann von Simonetta Sommaruga überraschend frei aus dem Nähkästchen und gibt Details aus dem Eheleben der Bundesrätin bekannt.

Wird im Berufsleben stark gefordert: Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

Wird im Berufsleben stark gefordert: Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Sie sei nach den Gesprächen aus dem Bundeshaus oft erschöpft und müde nach Hause gekommen und habe einfach mal abschalten wollen, so Hartmann, der als Schriftsteller arbeitet. «Ich hingegen, der den ganzen Tag allein war, wollte vielleicht reden.»

Er habe für das Verhalten Sommarugas zwar Verständnis gehabt, doch sie hätten «gemerkt, dass das schlecht zusammengeht». «Unter der Woche ist Simonetta ja so unendlich beschäftigt mit all den Terminen, Gesprächen und Entscheidungen. Und ich sitze hier meist sehr verinnerlicht am Schreibtisch.»

Getrennte Wohnungen

Deshalb entschied sich das Paar nach 30 Jahren Beziehung für einen mutigen Schritt. Sommaruga zog aus dem gemeinsamen Haus beim Gurten aus in die Berner Innenstadt, Hartmann blieb. «Es ist eine kreative Form, mit dem umzugehen, was wir in den letzten Jahren mit uns erlebt haben», erklärt Hartmann die etwas unkonventionelle Lösung. «Wir versuchen, mit den zwei Wohnungen etwas Neues zu erfinden.»

Nun treffen sich Hartmann und Sommaruga vornehmlich am Wochenende. «Ich bei dir oder du bei mir?». Das sei zwar eine Herausforderung, doch sie hätten «beide Geschmack gefunden an dieser Situation», sagt Hartmann.

Eheleben also gerettet? Vielleicht. Denn wohin der eingeschlagene Weg führt, darüber will Hartmann noch keine exakten Prognosen machen. «Wir wissen auch nicht, wie es weitergeht. Vielleicht führt es irgendwann auseinander, vielleicht auch nicht.» (cma)