Sie repräsentieren die beneidenswerte Jugend in «This is 40», einer Komödie über den Beginn der zweiten Lebenshälfte. Ist Älterwerden schon ein Thema für Sie?

Megan Fox: Ja, ich bin 26 und höre die Uhr schon ticken. Vor allem in meinem Beruf kommt die Angst vor dem Älterwerden sehr früh, denn Frauen halten ihren Wert in Hollywood ja nicht so lange wie die Männer. Wir sind da eher wie die NBA – Kobe Bryant gilt mit seinen 34 Jahren auch schon als Greis. Ich bin daher froh, habe ich meinen Mann, der mich liebt und schätzt, egal wie alt ich werde. Ausserdem ist er dreizehn Jahre älter. Ich werde also immer seine jüngere Trophy-Wife sein. . .

Sie sind mit dem ehemaligen «Beverly Hills 90210»-Schauspieler Brian Austin Green verheiratet und haben seit letztem Herbst einen gemeinsamen Sohn. Wie kommen Sie in Ihrem neuen Lebensabschnitt zurecht?

Ich bin ziemlich erschöpft. Ich hatte ursprünglich keine Hilfe angeheuert. Offenbar habe ich meine eigenen Fähigkeiten etwas überschätzt. Jetzt haben wir eine Nachtschwester, damit ich ab und zu schlafen kann, sonst hätte es womöglich Tote oder eine Scheidung gegeben. Brian macht auch oft die Nachtschicht. Eigentlich macht er die Hauptarbeit. Er ist sehr mütterlich.

Das Schauspielerpaar ist seit 2010 verheiratet und hat den gemeinsamen Sohn Noah, der im Herbst 2012 zur Welt kam. Megans Ehemann ist dreizehn Jahre älter und wurde als David Silver in der US-Serie «beverly Hills» bekannt.

Megan Fox und Brian Austin Green

Das Schauspielerpaar ist seit 2010 verheiratet und hat den gemeinsamen Sohn Noah, der im Herbst 2012 zur Welt kam. Megans Ehemann ist dreizehn Jahre älter und wurde als David Silver in der US-Serie «beverly Hills» bekannt.

Sie nicht?

Doch schon, ich wollte immer Mutter werden und habe als kleines Mädchen immer schon eine Puppe bemuttert. Das Muttersein bestätigt mich viel mehr, als es meine Karriere je könnte.

Haben Sie Ihre Einstellung zu Ihrem Beruf jetzt auch geändert?

Sie meinen, zu meinem übersexualisierten Image? Meine Perspektive hat sich schon etwas verändert. Ich möchte nicht, dass die Freunde meines Sohnes ihm eines Tages meine «GQ»-Fotos im Bikini mit dem Wasserschlauch zeigen und es ihm dann peinlich ist. Vermutlich werde ich in Zukunft schon genauer abwägen, was angebracht ist und was nicht. Aber ich werde kaum das letzte Mal in einem Männermagazin zu sehen gewesen sein. Obwohl ich eigentlich gar nicht weiss wieso: In meinem Kopf sehe ich mich zwar auch sexy und attraktiv, aber wenn ich Bilder von mir sehe, bin ich immer enttäuscht.

Sie sind ja eigentlich sehr religiös aufgewachsen. Hat das nicht abgefärbt?

Doch, ich bin im südstaatlichen Tennessee in einer sehr strengen und religiösen Familie aufgewachsen, später habe ich dann rebelliert und an allen möglichen Orten die Antworten auf die Fragen des Universums gesucht. Weil ich selber eine Familie wollte, hat sich wohl der Werte-Kreis jetzt wieder geschlossen. Ich wollte, dass mein Sohn Gottes Segen und dazu einen biblischen Namen hat. Deshalb heisst er Noah.

Wie bringen Sie Ihren Glauben und das Sündenpflaster Hollywood unter einen Hut? Angus T. Jones aus «Mein cooler Onkel Charlie» («Two and a Half Men») hat offenbar Mühe damit, hat er doch TV-Zuschauer in einem Video dazu aufgefordert, seine «verdorbene» Hit-Serie nicht mehr anzuschauen.

Wenn ich mit «Jennifer’s Body» in meine Kirche zurückgehen würde, würden sie sicher gleich einen Exorzisten rufen. Aber ich verbinde Glaube und Job nicht so, wie Angus es scheinbar tut. Nur weil es in meinem Film einen schmutzigen Witz oder eine Sex-Szene hat, heisst das nicht, dass ich deswegen kein Christ oder prinzipiell kein gläubiger Mensch bin. Hauptsache, ich bin emotional gesund. Hollywood kann ein sehr düsterer Ort sein, wenn man den Ruhm braucht, um sich gut zu fühlen. Ich brauche ihn aber nicht.

In letzter Zeit spielen Sie in Komödien mit Ihrem Image als Lustobjekt. Haben Sie da Ihre Nische gefunden?

Mir machen Komödien tatsächlich mehr Spass. Ich finde es anstrengend zur Arbeit zu gehen, wenn man 12 Stunden heulen muss. Ich lache lieber. Und Judd Apatow ist grossartig, ich habe ihn nie aufgebracht oder wütend gesehen.

Im Gegensatz zu Michael Bay, den Sie ja nach zwei «Transformer»-Filmen als Hitler bezeichneten, worauf Sie für den dritten Teil nicht mehr engagiert wurden. Aber jetzt scheint ja alles wieder gut, denn sie werden «Teenage Mutant Ninja Turtles» zusammen drehen . . .

Judd und Mike reagieren vermutlich schon anders auf Stress. Mike stand damals unter grossem Druck, aus einem gigantischen Budget eine Blockbuster-Serie aus dem Boden zu stampfen, die Milliarden abwerfen würde. Das ist eine Riesenverantwortung. Er ist auch einer der wenigen Regisseure, die das Budget nicht überziehen oder sogar noch darunter abdrehen. Komödien und Actionfilme stellen unterschiedliche Anforderungen. Das eine ist nicht besser als das andere, und das ist mir jetzt klarer.