PR-Touren

Warum alle Promis auf den Kilimandscharo kraxeln

Auf keinem Berg der Welt ist die Dichte an A- bis C-Prominenten höher als auf dem höchsten Gipfel Afrikas. Missen und Schauspieler, Hackbrettspieler und Ex-Tennisprofis geben sich dort den Spendentopf in die Hand.

Seit dem 16. Januar befinden Ex-Mister-Schweiz André Reithebuch und der amtierende Schönheitskönig Jan Bühlmann in Tansania. In den nächsten Tagen wollen die beiden Beaus den mit 5895 Metern höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo, erklimmen.

Der Zweck der Promi-Bergtour ist selbstverständlich ein guter: Reithebuch und Bühlmann sammeln Geld für das SOS Kinderdorf in der 350'000-Einwohner-Stadt Arusha in Tansanias Nordosten.

Begleitet wird das Duo von der «Miss Water» Jenny Pedrini. Die junge Frau aus Mülligen unterstützt ihrerseits Schweizer Kinder und Jugendliche: Freiwillige können pro bestiegenen Höhenmeter der Miss für Kinderprojekte von Pro Juventute spenden.

Barlow und Timberlake, Ammann und Senn

Der Charity-Tourismus am Kilimandscharo hat Tradition: Anfang 2010 kraxelten die Ex-Miss-Schweiz Ammann und Hackbrettspieler Nicolas Senn den Berg hoch und sammelten dabei Geld für das Rhein-Valley-Hospital in Kenia.

Zudem waren in den vergangenen Jahren die Schauspieler Jessica Biel und Emile Hirsch sowie Musiker Justin Timberlake, Gary Barlow (Take That), und Ronan Keating auf dem schneebedeckten Gipfel des Kilimandscharo.

Ihnen folgten zahllose weitere, mehr oder weniger prominente Persönlichkeiten, die mit der aufmerksamkeitserregenden Gebirgs-Expedition Spenden für wohltätige Zwecke generierten.

Gut für PR-Zwecke

Das Kilimandscharo-Massiv bietet sich für PR-Zwecke geradezu an. Der Hügelzug sieht spektakulär aus und seine Höhe ist bemerkenswert. Die Besteigung indes ist technisch wenig anspruchsvoll, wenn sie auch wegen der geringen Sauerstoffdichte auf dem Gipfel und der plötzlichen Wetterumschwünge mit einigen Strapazen verbunden ist.

Viele, auch prominente Hobby-Bergsteiger unterschätzen den Kilimandscharo. So mussten unter anderem Ex-Tennisprofi Martina Navratilova und der Milliardär Roman Abramowitsch ihre Expeditionen vorzeitig abbrechen.

Lohnendes Geschäft

Von den rund 25'000 Personen die sich pro Jahr in Richtung Kilimandscharo-Gipfel aufmachen, kommt nur gut die Hälfte oben an.

Für die Menschen in der Region ist der Trekking-Tourismus dennoch ein lohnendes Geschäft. 2008 kostete die Besteigung des Kilimandscharo Gebühren in der Höhe von 650 US-Dollar pro Person. Hinzu kommen jeweils die Löhne für die obligatorischen Bergführer und die Träger.

Zwei Schwinger stehen in den Startlöchern

Dafür, dass der Promi-Reigen am Fusse des Berges nach der (Ex-)Mister-Expedition nicht abreisst, sorgen wiederum die Schweizer. Ex-Schwingerkönig und Käsermeister Nöldi Forrer hat für Anfang Februar den nächsten Kilimandscharo-Trip angekündigt. Er will den höchsten Berg Afrika zusammen mit dem «Eidgenossen» Michael Bless bezwingen.

Mit im Gepäck haben Forrer und Bless die Zwilchosen und eine Ladung Sägemehl für einen Hosenlupf auf fast 6000 Metern über Meer. Und den Spendentopf: Die beiden Schwinger sammeln - wie schon Amanda Ammann und Nicolas Senn - für das Rhein-Valley-Hospital. (bau)

Meistgesehen

Artboard 1