Jörg Kachelmann

Vielweiberei: Das ist Jörg Kachelmanns zweites Ich

Wetterfrosch trifft seinesgleichen: Jörg Kachelmann als Moderator der Sendung «Einer wird gewinnen» (1998).

Jörg Kachelmann

Wetterfrosch trifft seinesgleichen: Jörg Kachelmann als Moderator der Sendung «Einer wird gewinnen» (1998).

Jörg Kachelmann sitzt wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung im Knast. Aufsehen erregt haben seine zahlreiche Liebschaften und Fast-Ehen. Jetzt ist klar, wer sein Vorbild ist: Der französische Star-Koch Paul Bocuse. Der 84jährige lebt seit Jahrzehnten offiziell mit drei Frauen zusammen.

Claudia Landolt

Am 1. Juni ist der Haftprüfungstermin für den bekannten Schweizer Meterologen mit der Häftlingsnummer H081008100553. Sie gehört zu Jörg Kachelmann, 51, Wetterpapst aus der ARD. Der Mann mit dem  Lausbubenlächeln sitzt seit Ende März in Untersuchungshaft wegen Verdachts auf Vergewaltigung seiner früheren Lebensgefährten.

Bis zu sechs Frauen gleichzeitig

Im Zuge dieses Vorwurfs wurden pikante Details aus seinem Privatleben bekannt; ein Privatleben, dass der Selfmademann aus dem Schaffhausischen stets eisern bedeckt hielt - nun ist auch klar, warum: Jörg Kachelmann unterhielt mehrere Beziehungen zu verschiedenen Frauen. Bis zu sechs Frauen soll er gehabt haben, und mit allen Frauen hatte er ernsthafte Bindungsabsichten - zumindest sie mit ihm. Mit zweien war er gar verheiratet, auch das hielt er allerdings geheim. Auch wenn so manche Maskenbildnerin am Fernsehen seine zotigen Spürche nicht mochten, die allermeisten Frauen waren verrückt nach ihm, lässt sich ein ehemaliger Weggefährte zitieren - «spätestens nach einem gemeinsamen Abendessen». Warum? Ex-Lebensgefährtin Isabella, eine Nebenbuhlerin der Frau, die Kachelmann der Vergewaltigung bezichtigt, sagte in der «Bunten». «Ich war Zauberfrau, Prinzessin, Wunderbare, Schöne. Das war sein Trick. Er gab einer Frau das Gefühl, sie sei einzigartig».

Im Magazin «Stern» lässt sich ein Bekannter Kachelmanns zitieren: «Ich hatte schon mit drei Frauen an einem Tag zu tun, die sich alle für Frau Kachelmann hielten». Der Jörg habe privat so gelebt wie der Mann in der berühmten Theaterkomödie «Boeing Boeing». Da geht es um einen Korrespondenten, der gleichzeitig mit drei Stewardessen verlobt ist und sein Leben nach den Flugplänen der Geliebten ausrichtet.

Grosses Vorbild: Paul Bocuse

Einer der weiss, wie man mehrere Frauen über Jahre begückt, ist Paul Bocuse. Der französische Meisterkoch, der einzige, der seine drei Gault Millault-Sterne, die höchste kulinarische Auszeichnung überhaupt, seit Jahrzehnten aufrecht erhält, ist ein bekennender Vielweiberer. In seiner Biografie «Le Feu sacré» spricht er unumwunden von seinem mitunter anstrengenden Privatleben. Seit über drei Jahrzehnten lebt er mit seiner Ehefrau Raymonde, mit der er die Tochter Françoise hat, und seinen zwei Geliebten, die eine beglückt er seit 50 Jahren und hat mir ihr einen Sohn, Jérôme. Mit der zweiten Geliebten ist er seit 35 zusammen. Alle Frauen wissen von einander.Das sei auch gar kein Problem, meint der höchst dekorierteste Koch Frankreichs: «Ich war schon immer ein Mensch mit Appetit. Eine Eigenschaft, die einem sowohl in der Küche als auch beim Sex trefflich zupass kommt. Ich habe einen Sohn und eine Tochter gezeugt. Seit Jahrzehnten lebe ich mit drei Frauen, für die ich drei verschiedene Haushalte unterhalte. Nicht sich scheiden, sondern anhäufen war stets mein Motto. So lebe ich das, wovon jeder Mann träumt.»

Wie das geht?

Der Gourmand unterhält drei Haushalte gleichzeitig. Wie das geht, weiss er. «Dafür bedarf es robuster Gesundheit und einer verdammt guten Organisation. ich habe drei Leben in einem gelebt», schildert der 84jährige einmal seinen Lebenstraum in der «Zeit».

Quo vadis, Kachelmann?

Was wohl Kachelmann in ferner Zukunft einmal sagen wird, über sein Leben als professioneller Charmebolzen? Ein Rätsel wird er bleiben, dieser begnadete Autodidakt, der sich unter anderem dafür einsetzte, dass Wetterhochs auch mal Frauennamen bekommen. Dieser Lieblingswetterfrosch von so vielen Damen, die ihm tausendfach selbst gestrickte, gemalte oder getöpferte Frösche zuschickten. Diesem Mann, der beruflich als schrecklicher Egomane verschrien ist, privat aber als liebevoller Familienvater gilt; als Mann, den man nicht einfach so vergisst.

In Afrika, wo in gewissen Kulturen die Polygamie wenn auch unter Wahrung eines strengen Sittenkodex' verbreitet ist, gibt es ein passendes Stichwort: «Ein Mann ist ein Mann, da stellt man keine Fragen».

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