Homosexuelle Menschen seien unnatürlich und hätten einen «Hirnlappen, der verkehrt läuft». Das hatte Toni Bortoluzzi kürzlich in einem Interview mit dem «Beobachter» gesagt und für Empörung in der Schwulen- und Lesbenszene gesorgt.

Auch Menschen, die ihre «Partner nach Lust und Laune wechseln» würden, seien abnormal, so Bortoluzzi.

Für diese Äusserungen kassierte er auch von Ratskollegen Schelte. Im Namen aller Fraktionen wurde ihm ein Waschlappen übergeben.

Nun wurde das Zürcher Polit-Urgestein von der Schwulenorganisation «Pink Cross» mit ironischem Unterton zum Ehrenmitglied ernannt.

«Der SVP-Mann hat auf originelle Art und Weise deutlich gemacht, wie stark ein Antidiskriminierungsgesetz für homosexuelle Menschen in der Schweiz fehlt», schreibt Pink Cross auf der Homepage. 

Kritisiert wird explizit, dass in der Schweiz Äusserungen wie «Sauschwuchtel» oder «kranker Drecksschwuler» nicht strafbar seien, wenn sie sich gegen alle Schwulen richten würden.

Auch seien Äusserungen gegen die sexuelle Orientierung von Menschen im Rahmen der Antirassismus-Strafnorm nicht anfechtbar. Diese decke nur Rasse, Ethnie, Religion, Geschlecht, Alter und Sprache ab.

Kampagne für Entschuldigung

Weiter fordert «Pink Cross» eine Entschuldigung von Toni Bortoluzzi. Aufgerufen werden «alle Schwule und Lesben, Alleinstehende» und alle Menschen, die einen von Bortoluzzi angeprangerten Lebensstil pflegen würden, sich über den Hashtag #wirsindvielfalt über Facebook und Twitter zu solidarisieren und so den Druck auf den Nationalrat zu erhöhen. (rhe)

Pink Cross fordert über den Hashtag #wirsindvielfalt eine Entschuldigung von SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi