Das "Wall Street Journal" berichtete, ihm lägen Twitter-Beiträge vor, die Cullinan unmittelbar vor der Bekanntgabe des Besten Films versendete - und die inzwischen wieder gelöscht wurden.

Cullinan stand rechts neben der Bühne, seine Kollegin Martha Ruiz links, beide mit Aktenkoffern, in denen ursprünglich die selben 24 Couverts waren. Während Ruiz dasjenige für den zweitletzten Oscar - Beste weibliche Hauptrolle für Emma Stone aus "La La Land" - schon vergeben hatte, hatte Cullinan seines noch - und überreichte es fälschlicherweise Warren Beatty.

Bei der Verkündung zögerte Beatty, weil auf der Karte ausser dem Filmtitel auch der Namen von Stone stand. Er übergab den Umschlag zögernd seiner Kollegin Faye Dunaway, die frischvernügt den falschen Filmtitel "La La Land" vorlas - der richtige wäre "Moonlight" gewesen.

Dass es überhaupt von jeder Karte zwei Exemplare gibt, ist eine Vorsichtsmassnahme, wie Brian Cullinan im Vorfeld der "Huffington Post" erläutert hatte: Er und Ruiz seien die einzigen beiden, welche die Gewinner vor der Verleihung kennen. Um sicher zu sein, dass es zumindest eine/r an die Gala schafft, fahren die beiden Notare in verschiedenen Autos auf verschiedenen Routen zum Dolby Theater.

Die Verkünder des falschen Gewinners, Warren Beatty und Faye Dunaway, wurden am Montag ausgiebig in den Sozialen Medien gehänselt. Jemand postete ein Standbild aus dem Film "Bonnie und Clyde", auf dem Dunaway und Beatty als Gangsterpärchen mit den Waffen im Anschlag zu sehen sind. Bildunterschrift: "Faye Dunaway und Warren Beatty beim Versuch, das Dolby Theater zu verlassen".