Prozess

Urteil im Kachelmann-Prozess möglicherweise erst 2011

Jörg Kachelmann bestreitet die Vorwürfe (Archiv)

Jörg Kachelmann bestreitet die Vorwürfe (Archiv)

Das Urteil im Prozess gegen Jörg Kachelmann wird möglicherweise erst 2011 gesprochen. Der Verteidiger des TV-Wettermoderators geht nicht mehr von einer Verkündung im Jahr 2010 aus. Als Grund nannte Reinhard Birkenstock am Montag das «ausserordentlich gründliche» Vorgehen des Gerichts.

Offiziell ist der Prozess vor dem Landgericht Mannheim bis 21. Dezember terminiert. Vor dem Landgericht Mannheim sagte am Montag eine 29-jährige Försterin aus. Die Aussage der Ex-Freundin von Kachelmann, die ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgte, könnte den Angeklagten belasten.

Laut früheren Medienberichten soll sie am Morgen nach der mutmasslichen Vergewaltigung mit dem Angeklagten telefoniert und ihn als aufgewühlt beschrieben haben. Diese Aussage machte sie bereits im Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft.

Sie soll über ihre Beobachtung auch mit einer Freundin gesprochen haben, die jetzt ebenfalls als Zeugin vor Gericht aussagen muss. Die Vernehmung dauerte länger als ursprünglich geplant und musste auch am Nachmittag fortgesetzt werden.

Die Försterin will ihre Geschichte offenbar an eine Illustrierte exklusiv verkaufen. Das teilte Kachelmanns Verteidiger Reinhard Birkenstock mit. Der Vertrag liege dem Gericht vor. Die Ex-Geliebte hatte den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Diesem Antrag war auch stattgegeben worden.

Nach Auffassung Birkenstocks bestehe der Verdacht, dass sie die Öffentlichkeit ausschliessen wollte, um ihre Geschichte exklusiv verkaufen zu können. Ob sie allerdings ihr Intimleben in der Illustrierten ausbreiten wird, sei offen. Der Anwalt meinte, das Gericht müsse das Verhalten der Zeugin nun bei der Beweiswürdigung berücksichtigen.

Nochmalige Befragung des mutmasslichen Opfers

Unterdessen zeichnet sich ab, dass auch das mutmassliche Opfer nochmals in den Zeugenstand muss. Grund sind die umfangreichen Chat-Protokolle, die dem Gericht vorliegen. Hierzu soll die Radiomoderatorin nochmals befragt werden.

Kachelmanns langjährige Freundin blieb in ihrer mehr als 20-stündigen Zeugenvernehmung bei ihrer Beschuldigung, Kachelmann habe sie nach einem Streit mit dem Messer bedroht und vergewaltigt. Die 37-jährige Radiomoderatorin hatte ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt.

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