Mark Sanford
Und wieder hats ein Politiker erwischt: Zum Sex-Skandal eines US-Republikaners

Es gibt nicht nur Berlusconi. In den USA entschuldigt sich Mark Sanford, Gouverneur aus South-Carolina, für seine aussereheliche Affäre. Sanford war der der heisseste Anwärter der Republikaner für den Präsidentschaftskampf 2012. Er löst damit das Rätsel um sein fünftägiges Verschwinden selbst auf.

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Mark Sanford

Mark Sanford

Keystone

Das Geheimnis um das plötzliche Verschwinden des Gouverneurs des US-Bundesstaates South Carolina ist gelöst: Mark Sanford gestand am Mittwoch bei einer emotionsgeladenen, von vielen US-Fernsehsendern live übertragenen Pressekonferenz in Columbia eine monatelange aussereheliche Affäre ein. Und erklärte seinen Rücktritt als Vorsitzender der Vereinigung republikanischer Gouverneure. Denn er war bei seiner Geliebten in Buenos Aires. Die Republikanische Partei der USA kommt damit nicht zur Ruhe.

Der Gouverneur von South Carolina galt bislang als aussichtsreicher Bewerber für die Präsidentschaftswahl 2012. Zuvor hatte das spurlose Verschwinden des Gouverneurs tagelang Rätsel aufgegeben. Sanford entschuldigte sich bei seiner Frau und den vier Söhnen für sein Fehlverhalten. "Ich bin untreu gegenüber meiner Frau gewesen", sagte der 49-jährige Politiker. Die vergangenen fünf Tage habe er nichts anderes gemacht, als "in Argentinien geweint". Der Gouverneur berichtete auf der Pressekonferenz, seine Frau wisse schon seit mehreren Monaten von der Affäre.

Schnell hat Mark Sanford feuchte Augen. Er muss mehrmals abbrechen, bevor er sich endlich dazu durchringt, tatsächlich zu enthüllen, wofür er eigentlich um Entschuldigung bittet. "Ich habe meine Frau betrogen", sagt der 49-Jährige - zu dem Zeitpunkt überrascht das keinen wirklich mehr.

Und so findet am Mittwochabend Ortszeit in der Säulenrotunda des Kapitols von South Carolina die wohl bizarrste Episode in der turbulenten Geschichte dieses Südstaates ihren vorläufigen Höhepunkt. Fast sechs Tage lang war der Republikaner Sanford komplett abgetaucht. Einfach verschwunden. Selbst den US-Vatertag verpasste der vierfache Vater. Eine fadenscheinige Erklärung jagte die andere. Er ist in Kur. Er ist wandern. Er macht Sightseeing in Südamerika. Sanfords Gattin lässt ausrichten, sie wisse selbst nichts, und es sei ihr auch egal. Spätestens da ist klar, in welche Richtung sich der Fall entwickeln dürfte.

Schliesslich taucht Sanford am Mittwoch wieder auf - und gesteht bei einer der absurdesten Pressekonferenzen in der jüngeren Geschichte der USA, er habe eine Affäre mit einer Señorita in Buenos Aires. "Eine liebe, liebe Freundin", mit der er jahrelang ein platonisches Fernbündnis unterhalten habe, aus dem dann "diese ganze funkelnde Sache" geworden sei.