Berufskrankheit

Uhren-Chef Scheufele schaut den Menschen zwanghaft aufs Handgelenk

Karl-Friedrich Scheufele interessiert sich für Handgelenke (Archiv)

Karl-Friedrich Scheufele interessiert sich für Handgelenke (Archiv)

Karl-Friedrich Scheufele ist Opfer einer Berufskrankheit: Der Chef des traditionsreichen Schweizer Uhrenunternehmens Chopard schaut den Menschen, denen er begegnet, immer zuerst auf das Handgelenk: «Es ist die einfachste Art, Marktforschung zu betreiben.»

Schweizer würden grundsätzlich am liebsten sportlich-elegante Uhren wählen, die "eher etwas konservativ gehalten und im mittleren Preissegment liegen", sagte Scheufele in einem Interview mit der "Berner Zeitung". Die Zeitung traf den 55-Jährigen im Rahmen der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld. "Mittleres Preissegment" bedeutet für den Unternehmer satte 5000 bis 15'000 Franken.

Auch in einem Zeitalter, in dem alle ein Handy bei sich tragen und eigentlich keine Uhr mehr brauchen, sorgt sich der Chef nicht um die Zukunft seiner Firma: "Uhren sind mehr als nur Zeitmesser. Sie sind Sammler- oder Prestigeobjekte."

Als Beispiel führt er seinen Sohn an. Dieser habe bisher keine Uhr getragen. Nun, im Alter von 15 Jahren, habe er sich zu seiner Konfirmation eine Uhr gewünscht.

Im Übrigen trägt Scheufele nicht nur Uhren seiner eigenen Marke. Weil die Zeitmesser seiner Firma keine Höhenmesser integriert haben und der Chef gerne Skitouren unternimmt, trägt er auch andere Marken. "Damit ich weiss, was ich geleistet habe."

Scheufele leitet das Unternehmen mit Hauptsitz Genf gemeinsam mit seiner Schwester Caroline. Die Eltern des Geschwisterpaares übernahmen das Geschäft 1963 von Paul-André Chopard und machten aus der vor sich hin dümpelnden Firma mit 5 Mitarbeitern ein millionenschweres Unternehmen mit nahezu 2000 Mitarbeitenden.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1