Drama am Berg
Ueli Steck bricht nach Todesdrohungen seine Everest-Expedition ab

Ueli Steck ist wohlauf und zurück im Basislager. Die Expedition ist für ihn nach dem Streit mit den Sherpas aber vorzeitig zu Ende. Weshalb die Einheimischen derart ausgerastet sind, bleibt allerdings weiterhin unklar.

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Ueli Steck,hier zusammen mit Simone Moro, bricht Everest-Expediton frühzeitig ab.

Ueli Steck,hier zusammen mit Simone Moro, bricht Everest-Expediton frühzeitig ab.

Screenshot uelisteck.ch

Ueli Stecks jüngstes Everest-Abenteuer ist zu Ende, frühzeitig. Der Berner Extrembergsteiger hat nach Attacken von Sherpas entschieden, die Expedition frühzeitig abzubrechen. «Ja, ich habe die Expedition abgebrochen», bestätigt Steck die Aufgabe in einem Interview mit dem «Migros-Magazin».

Steck befindet sich bereits wieder in Kathmandu. Er will dort den Premierminister treffen und auch auf die Problematik mit den Sherpas aufmerksam machen. «In unseren Köpfen haben wir ein Bild von einem friedlichen Bergvolk. Die Sherpas regeln Probleme anders als wir hier in der westlichen Welt. Selbstjustiz ist in Nepal noch sehr alltäglich, vor allem untereinander», so Steck.

Sherpas bei Arbeit behindert?

Steck und seine beiden Begleiter Simone Moro aus Norditalien und Jonathan Griffith aus Grossbritannien waren am Samstag bei ihrem Aufstieg ins Lager 3 des Mount Everest auf auf gut 7200 Metern Höhe in einen verbalen Konflikt mit Sherpas geraten. Die Sherpas waren dort mit dem Installieren von Fixseile beschäftigt.

Später wurden die drei nach ihrer Rückkehr ins Lager 2 von den Sherpas verprügelt. Sie wurden mit Steinen beworfen und die Sherpas drohten dem Tio gar mit dem Tod.
Steck ist nach wie vor überzeugt, am Berg nichts falsch gemacht zu haben. Der Vorwurf der Sherpas, ihre Anweisungen missachtet zu haben und sie bei der Arbeit behindert zu haben, weist er zurück. Er glaubt viel mehr, dass die Sherpas in ihrem Stolz verletzt sind, weil die europäischen Bergsteiger sie schnell und ohne Seilsicherung rechts passiert hätten.

Genug vom Everest

Inzwischen haben sich die beiden Parteien zwar ausgesöhnt und dies auch schriftlich festgehalten. Doch Steck ist die Lust vergangen. «Dass 100 Sherpas uns drei ermorden wollten, ist nicht akzeptabel», sagt er dem «Migros-Magazin». Für mich ist ein grosser Traum geplatzt», bilanziert Steck.

Vom Everest hat Steck vorerst genug. «Der Everest ist nur ein einziger Berg. Bestiegen habe ich ihn bereits 2012 ohne Sauerstoff. Der Himalaya ist riesig. Karakorum, die Anden oder Alaska: Es gibt so viele Ideen», sagt Steck zu seiner Zukunft.

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