Masseneinwanderung
Udo Jürgens: «Ich habe mich nach dem Ja für die Schweiz geschämt»

Wie er politisch steht, das hat der Entertainer Udo Jürgens, bisher stets verschwiegen. Jetzt wird der 79-Jährige, der seit 2007 einen Schweizer Pass hat, deutlich. Er schäme sich fürs Ja zur SVP-Initiative, sagt er.

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Udo Jürgens hier bei seiner Show «Ich war noch niemals in New York». Zu jeder Tournee gab es eine Uhr.
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Diebe brechen bein Udo Jürgens ein und klauen seine Uhren
Udo Jürgens auf der Bühne
Diese Villa in Meilen hat der Entertainer vor zwei Wochen gekauft. Sie wird in einem Jahr sein neuer Wohnsitz.

Udo Jürgens hier bei seiner Show «Ich war noch niemals in New York». Zu jeder Tournee gab es eine Uhr.

Keystone

Da Ja zur Masseneinwanderung-Initiative habe ihn «schockiert und enttäuscht», sagt Udo Jürgens im Interview mit der «Bild». «Diese antieuropäische Einstellung verurteile ich.»

Europa sei die beste Idee, die dieser Kontinent seit 1000 Jahren hatte. «Wir müssen den freien Personenverkehr fördern. Ich habe mich nach dieser Entscheidung für die Schweiz geschämt», sagt Jürgens zum Verdikt des Schweizer Stimmvolkes.

Nicht alles vors Volk

Der gebürtige Österreicher Jürgens wohnt seit Jahren am Zürichsee, seit 2007 besitzt er auch den Schweizer Pass. Ob er selbst abstimmen und wählen geht, verrät der 79-Jährige nicht.

Er findet aber, dass nicht über alles abgestimmt werden sollte. «Ich bin absolut gegen Volksabstimmungen, wenn es um komplexe Sachfragen geht. Man darf nicht alles das Volk entscheiden lassen, dafür sind vom Volk gewählte Politiker und die Fachbeamten da.»

Jürgens seht sich in erste Linie als Europäer, der für ein offenes Kulturverständnis eintritt. «Als Europäer habe ich einen gewissen Patriotismus. Ich bin der Meinung, dass wir einen europäischen Stolz entwickeln sollten. Es ist doch grossartig, einem Kontinent anzugehören, der die grösste Kulturdichte der Welt bildet. Und wir alle sind ein Teil davon.»