«Ich schaue an meinem Geburtstag wohl meinen Film», sagt Udo Jürgens im Interview mit dem «Blic»". Der Streifen über das Leben des grossen Entertainers läuft an zwei Tagen auf ARD und ORF2 und trägt den Titel: «Der Mann mit dem Fagott». Im Anschluss werde er sich wohl noch die eine oder andere Flasche zu Gemüte führen, verrät der legendäre Sänger.

Doch mit dem griechischen Wein hat Jürgens ebenso seinen Frieden geschlossen, wie mit dem Älterwerden. Er trinke kaum und rauche auch nicht mehr, erzählt Jürgens in seiner Residenz am Zürichsee. «Jetzt stehe ich zum ersten Mal an einem Punkt, wo ich eine grosse Zufriedenheit verspüre: Ich habe alles, aber ich habe es leider nicht mehr lange», sagt er ein wenig wehmütig.

Waagerecht in einer Kiste

Doch trotzdem: Auch wenn für ihn weder eine Wiedergeburt nach dem Tod, noch eine weitere Hochzeit zu Lebzeiten in Frage kommen, die Liebe ist für den lebenslänglichen Gigolo noch immer ein Thema: «Die Liebe ist in jenem Moment abgeschlossen, wo man waagerecht in einer Kiste liegt», sagt Jürgens.

Und von der Liebe süssen Nektars hat er all die 77 Jahre seines Lebens weiland viel gezehrt. Ab und an auch zu viel, wie der Single-Mann rückblickend sagt: «Ich war mein Leben lang immer leicht verführbar. Und ich war keiner meiner Frauen treu.» Das sei eine Schuld, mit der er leben müsse, drückt der Sänger auf die Tränendrüse. Um sodann seine Lebensweisheit zum besten zu geben: «Jeder Mensch lebt für andere.» Der Sinn des Lebens sei es, dass man begreift, dass es nur miteinander gehe.