Red Bull Alpenbrevet
Töfflihelden knattern über Schweizer Alpenpässe

770 Personen nahmen am Samstag bei Traumwetter an der dritten Ausgabe des Red Bull Alpenbrevet teil und fuhren über Grimsel, Furka und Susten. In einem Punkt waren sich alle einig: So schön wie dieses Jahr war es noch nie.

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Red Bull Alpenbrevet: Mit dem Töffli über die Alpen

Zur Verfügung gestellt

Sogar die Kollegen auf den richtig grossen Maschinen hatten Sonnenlaune: Unermüdlich winkten sie den Töfflihelden, den harten Jungs, die ihnen einzeln oder in kleinen Gruppen, eingehüllt in blaue Schwaden, entgegenkamen. Manche parkten ihre Kawasakis, Hondas und Harleys, um Fotos von den Puchs, Maxis, Ciaos und Tomos zu machen.

In den Dörfern zwischen den drei Pässen standen Menschen am Strassenrand und winkten, und in den Steigungen hatten Fans Klappstühle vor die Wohnmobile gestellt, um ihre Helden anfeuern zu können. Die einen traten wie besessen in die Pedale, andere hatten sogar noch genug Pfuus, um mit einem Fuss einen schwächeren Kollegen anzuschieben. Jeansjacken, Ledergilets, Fuchsschwänze, in den Tunnels dichter blauer Rauch - die Welt der Töfflis ist lebendig. Und wie. "Der Auspuff dröhnt, der Kolben schreit, Zweitakt für die Ewigkeit" stand auf einem Transparent an der Strecke.

Die ganz grosse Freiheit

"Als wir 14 waren, war das Töffli das Tor zur Welt, damit konnte man den Mädels imponieren", sagte ein Fahrer am Start. 769 weitere harte Jungs und Mädels aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland liessen gemeinsam mit ihm einen Tag lang keinen Zweifel daran aufkommen, dass das 50-Kubik-Hödi auch heute noch für ein ganz besonderes Lebensgefühl, für die grosse Freiheit und eines der letzten wirklichen Abenteuer steht. Den Kanister Zweitaktgemisch auf dem Gepäckträger, den „Stumpä" im Mundwinkel und mit einem breiten Grinsen im Gesicht rollten sie aus der langen Startschlange in Meiringen los.

Nach Grimsel, Furka, Susten und mindestens viereinhalb Stunden kamen die ersten Töfflihelden wieder in Meiringen an. Sie schwärmten vom traumhaften Wetter, der tollen Sicht und fachsimpelten nach der Ziellinie munter weiter. Über Kantonsgrenzen hinweg waren auf der Strecke neue Männerfreundschaften entstanden. Roland aus Bern und Yannick aus Schaffhausen flachsten im Ziel: "Wir kennen jetzt sogar das Alter...unserer Töfflis!"

Der Schauspieler Beat Schlatter, der prominenteste Töfflibueb im Line-up, hatte schon im Vorfeld diverse Salben ausprobiert, damit sein Hinterteil während der Stunden im Sattel möglichst wenig Schaden nehmen würde. „Bis nach dem Grimsel ging alles gut, doch auf dem Furkapass musste ich in die Trickkiste greifen und Murmelisalbe kaufen", sagte Schlatter. Aufgeben, das galt nicht nur für Beat Schlatter, ist am Red Bull Alpenbrevet keine Option. Weil hier Jungs noch echte Männer sind ... lang lebe der Töfflikult! (cze)