Sharing Economy

Teilen als Geschäftsmodell ist im Kommen

Model Nadine Strittmatter ist längst in die Sharing Economy eingestiegen und denkt schon über Expansionen nach.

Model Nadine Strittmatter ist längst in die Sharing Economy eingestiegen und denkt schon über Expansionen nach.

Teilen als Geschäftsmodell ist zu einer Idee geworden, deren Zeit gekommen ist. Dank Internet und den sozialen Medien wird die Sharing Economy von immer mehr Jungunternehmern, wie dem Aargauer Model Nadine Strittmatter, in die Praxis umgesetzt.

Als exemplarisches Beispiel gilt das Geschäft mit dem Teilen von Privatwohnungen. Das Internet hat es so billig und leicht wie noch nie gemacht, Angebot und Nachfrage zusammenzuführen.

Soziale Medien und Online-Empfehlungen sorgen für Vertrauen; und internetbasierte Bezahlsysteme erledigen die finanziellen Angelegenheiten.

Überzeugte Verfechterin

Das wohl bekannteste Schweizer Fotomodel ist inzwischen zu einer überzeugten Verfechterin der neuen Teilökonomie geworden.

Über ihre Modeltätigkeit kam die Aargauerin Nadine Strittmatter in Kontakt mit der Strada del Sole, einer jungen Zürcher Designerfirma, die hochwertige Sonnenbrillen herstellt und in den USA Fuss fassen will.

Strittmatter hat dank ihrem Modeljob beste Beziehungen in die amerikanische Modeszene und auch eine gute Freundin, die Designerin ist.

Ausserdem hat sie einen Bekannten, der etwas von der neuen Sharing Economy versteht – Olivier Fiechter.

Strittmatter und Fiechter gründen so gemeinsam die Production 3.0 GmbH. «Eine Beteiligungsfirma», erklärt Strittmatter.

Der besondere Dreh daran indes: Die Firma bezahlt keine Honorare. «Wir beteiligen uns in der Regel nicht gegen Geld, sondern tauschen Leistungen aus. Deshalb gibt es die klassischen Rollen von Kunden, Aktionären und Mitarbeitern nicht», so Strittmatter gegenüber dem Tages-Anzeiger.

Und wie verdient denn die Firma Geld? «Für unsere Arbeit werden wir mit Aktien bezahlt. Auf diese Weise werden unsere Kunden zu Partnern.»

Aktien für Strittmatters Freundin

Im Fall von Strada del Sole ist nun die Gründung eines Joint Venture vorgesehen. Je 45 Prozent des Eigenkapitals gehören den beiden Partnern, 10 Prozent sind in einer ersten Phase für die Designer reserviert.

Strittmatters Freundin wird für ihr Brillendesign nicht honoriert, sondern an der Firma und einem allfälligen Erfolg beteiligt.

Ein Prozentsatz eines allfälligen Gewinns freilich soll in einen Fonds fliessen, der es mittellosen Künstlern erlaubt, künftig auf ähnliche Weise ins Geschäft einzusteigen.

«Bin selbstbestimmter geworden»

«Ich war in den letzten 10 Jahren stark fremdbestimmt, sagt Strittmatter.

«Der Alltag eines Models ist unberechenbar: Agenten, Fotografen und andere schreiben dir vor, was du tun und lassen musst, wie deine Lippen und Haare aussehen müssen und was du anzuziehen hast. Mit dem Geschäftsmodell des Teilens habe ich nicht nur eine interessante unternehmerische Tätigkeit gefunden. Ich bin damit auch ein selbstbestimmtes Individuum geworden.» Soviel zum Reiz des Business. (msk)

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