Der jüngste Entscheid des Bundesrates, regelmässig Kontingente für die Aufnahme anerkannter Flüchtlinge bereitzustellen, ist für die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) ein Schritt in die richtige Richtung, wie die Organisation in einer Mitteilung zum Tag der Flüchtlinge schreibt.

Durch die Teilnahme an den Resettlement-Programmen des Uno-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR) öffne die Schweiz Schutzsuchenden einen sicheren Fluchtweg. Mit dem für 2020/21 beschlossenen Kontingent von 800 Plätzen pro Jahr geht der Bundesrat laut SFH angesichts der rekordhohen globalen Flüchtlingszahlen und des breiten Rückhalts in Kantonen, Gemeinden und Zivilgesellschaft zu wenig weit: "Die Schweiz kann mehr tun."

Legale und sichere Fluchtwege seien angesichts von Gewalt, Elend und Tod wichtig und dringend. Die SFH nennt neben Resettlement auch Familienzusammenführungen und humanitäre Visa als sichere Fluchtwege. Die Kampagne zum Tag des Flüchtlings, interkulturelle Aktivitäten und direkte Begegnungen mit Geflüchteten an rund 80 Orten in der Schweiz ermöglichten es der Bevölkerung am Samstag, sich mit dem Thema vertraut zu machen.

Zahllose Tote und überfüllte Lager

Die SFH erinnerte weiter daran, dass zurzeit weltweit über 68 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Verfolgung sind. Europa schotte sich jedoch zunehmend ab und dränge die Flüchtenden auf immer gefährlichere Routen. Die Folge seien zahllose Tote im Mittelmeer und überfüllte Lager in Ländern, die völlig überfordert seien.

Über einen legalen und sicheren Fluchtweg könnten gerade besonders betroffene Frauen mit kleinen Kindern sowie kranke und alte Menschen in einem anderen Land Schutz suchen, ohne dabei ihr Leben zu riskieren.

In der ganzen Schweiz engagieren sich am Flüchtlingstag viele Freiwillige gemeinsam mit Geflüchteten für Austausch und Begegnung. Die SFH hat die Flüchtlingstage in den 1980er-Jahren ins Leben gerufen, um die Schweizer Bevölkerung für die Anliegen der Schutzsuchenden zu sensibilisieren.