Im Hamsterrad

T.C. Boyle will Trump mit Satire die Luft rauslassen

US-Kultautor T.C.Boyle nimmt im November 2017 in Zürich den "Jonathan Swift", den internationalen Literaturpreis für Satire und Humor, entgegen. (Archiv)

US-Kultautor T.C.Boyle nimmt im November 2017 in Zürich den "Jonathan Swift", den internationalen Literaturpreis für Satire und Humor, entgegen. (Archiv)

Der US-amerikanische Schriftsteller Thomas Coraghessan Boyle hält Satire für ein hervorragendes Mittel, um «Prahlhansen» wie dem US-Präsidenten Donald Trump die Luft rauszulassen.

Ungefähr ein Drittel der Welt verfüge über Demokratien, sagte der 69-Jährige T.C. Boyle der "NZZ am Sonntag". "Davon werden die meisten von Banden und Schlägertypen beherrscht, sei es Putins Russland oder jetzt eben auch Amerika."

Die Regierung Trump diene ausschliesslich Geschäftsinteressen, so Boyle weiter. "Der Wirtschaft mit ihren gigantischen Konzernen ist das Schicksal Einzelner ebenso gleichgültig wie das des ganzen Planeten." Das Tragische daran sei, "dass wir in diesem kapitalistischen Hamsterrad feststecken".

Satire könne da ein bisschen Gegensteuer geben, ist Boyle überzeugt. Trotz Trump ist sein Vertrauen in die Demokratie unerschüttert. "Wir können unserer Wut in Satiresendungen, Romanen und Reden Ausdruck verleihen, ohne deshalb im Gefängnis zu landen. Das ist schon ungeheuer viel."

Am Sonntag, 19. November (11 Uhr) nimmt T.C. Boyle im Literaturhaus Zürich den Jonathan-Swift-Preis der Werner-Dessauer-Stiftung entgegen. Die Veranstaltung sei ausverkauft, schreibt das Literaturhaus auf seiner Website. Am Abend folgt eine Lesung im Zürcher Schauspielhaus und eine weitere ist am Montag, 20. November, im Theatersaal National in Bern geplant.

Der "Jonathan Swift", der internationale Literaturpreis für Satire und Humor, ist mit 20'000 Franken dotiert. "T.C. Boyle gehört zu den grossen Wortweltenerbauern der Gegenwart", schrieb die Jury. In seinen bisher 16 Romanen und in seinen Kurzgeschichten schreibe er über Orte, wie sie verschiedener und einzigartiger nicht sein könnten. "Und wie in der Wirklichkeit mischen sich in seinen Werken Tragik und Komik."

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