Britain's got talent

Susan Boyle scheitert im Talentshow-Finale

Kein Happy-End für Susan Boyle

Kein Happy-End für Susan Boyle

Ihr erster stimmgewaltiger Auftritt machte sie weltberühmt. Doch am Ende ist die schottische Hausfrau Susan Boyle im Finale der TV-Talentshow «Britain's Got Talent» gescheitert.

Die 48-jährige Amateursängerin unterlag vor einem Millionenpublikum an den Fernsehbildschirmen der Tanzgruppe "Diversity". Der Sieg bringt den Street-Dancern ein Preisgeld von 100'000 Pfund. Zudem darf "Diversity" vor Queen Elizabeth II. bei der königlichen Royal Variety Show auftreten.

Boyle, die als Favoritin in die Schlussrunde gegangen war, belegte unter insgesamt zehn Finalteilnehmern den zweiten Platz. Mit der Präsentation des Liedes "I Dreamed A Dream" aus dem Musical "Les Miserables" konnte sie dabei nicht genug Fans überzeugen, zum Telefon zu greifen und für sie zu stimmen.

Die "Diversity"-Tänzer hatten mit ihrer akrobatischen, dynamischen und witzigen Choreographie mit Break-Dance-Anteilen das Publikum im Saal von den Stühlen gerissen und die Juroren Lobeshymnen anstimmen lassen. "Absolut brillant" fand etwa Jury-Mitglied Simon Cowell den "Diversity"-Auftritt.

Die Truppe aus der Grafschaft Essex nordöstlich von London hatte sich erst 2007 zusammengefunden und besteht aus Tänzern zwischen 12 und 25 Jahren, darunter Gebrüder aus drei verschiedenen Familien.

Boyle zeigte sich als faire Verliererin. Sie sagte, die Besten hätten gewonnen und wünschte den Siegern viel Glück. "Ich möchte den Menschen für ihre Unterstützung danken", sagte sie nach ihrem Auftritt im Finale.

Die so untypische Kandidatin war bis zuletzt der Star der Casting-Show. Die unförmige Schottin, die selbst von sich behauptet noch Jungfrau zu sein, hatte im April mit ihrem ersten Auftritt weltweit Berühmtheit erlangt.

Nicht nur überraschte sie mit ihrer Sangeskunst die zunächst spottende Jury. Sie konnte auch im Internet eine enorme Fangemeinde hinter sich versammeln. Das Video ihres ersten Auftritts wurde auf dem Portal YouTube rund 100 Millionen Mal angeklickt. Wegen ihrer krausen Frisur gaben Boulevardmedien ihr den Spitznamen "Hairy Angel" (Haariger Engel).

Angespornt von Stars wie Demi Moore oder Jon Bon Jovi tingelte Boyle, die mit ihrer Katze in dem kleinen schottischen Dorf Blackburn wohnt, zuletzt durch Fernsehshows auf der ganzen Welt.

Dabei hatte es noch kurz vor dem Finale Gerüchte gegeben, dass die 48-Jährige wegen des grossen Drucks und gesundheitlichen Gründen aus der Show ausscheiden könnte. Zuletzt war Boyle von der Öffentlichkeit abgeschirmt worden, um dem Rampenlicht und aufdringlichen Fans entfliehen zu können.

Von ihren Zweifeln war am Samstag allerdings nichts mehr zu merken. Auf die Frage der Jury, ob sie ihren Schritt bedauere, antwortete Boyle mit fester Stimme, "die Mühe hat sich wirklich gelohnt". "Dies ist die wichtigste Nacht meines Lebens."

Boyles Aufstieg hatte an die Karriere des britischen Tenors Paul Potts erinnert, der ebenfalls durch die Talentshow auf ITV bekannt wurde.

Klein, untersetzt, mit schiefen Zähnen war er angetreten, um Opernsänger zu werden und hatte zunächst abschätzigen Bemerkungen geerntet. Im Gegensatz zu Boyle gewann Potts die Casting-Show, wurde Werbestar, nahm eine Platte auf und tourt nun durch die Welt.

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