Stratosphären-Sprung
Stratosphären-Springer Baumgartner: «Bräuchten eine gemässigte Diktatur»

Der Sprung aus 39 Kilometern Höhe hat beim Österreicher Felix Baumgartner Spuren hinterlassen. In Interviews plädiert er neuerdings für eine «gemässigte Diktatur» und erklärt, wie er in der Schweiz Steuern spart.

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Felix Baumgartner bei Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Felix Baumgartner bei Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Keystone

Gut zwei Wochen ist es her, als Felix Baumgartner den Sprung aus 39 Kilometern wagte. Seither pilgerte der Extremsportler in den USA von einer TV-Show zur nächsten.

Seit Freitag hat ihn Europa wieder. Super-Felix ist zurück in Österreich. Und gibt sich nun auch politisch. In einem Interview mit der österreichischen "Kleine Zeitung" sagte er auf die Frage, ob ein Wechsel in die Politik eine Option für seine Zukunft wäre: «Nein, man hat das am Beispiel Schwarzenegger gesehen: Du kannst in einer Demokratie nichts bewegen. Wir würden eine gemässigte Diktatur brauchen, wo es ein paar Leute aus der Privatwirtschaft gibt, sie sich wirklich auskennen.»

Mit seinen umstrittenen Ideen zur österreichischen Staatsform irritiert der Mann Fans und Freunde gleichermassen. Das tat er auch mit der Erklärung, weshalb er jetzt offiziell in der Schweiz und nicht mehr Österreich wohnt.

In der Schweiz wegen «steuerlichen Gründen»

«Das hat steuerliche Gründe. Weil es in Österreich schwierig ist. Man hat keine Sicherheit, was die Steuern betrifft. In der Schweiz hat man die Möglichkeit, sich mit dem Finanzminister zu einigen. Da muss man Unterlagen auf den Tisch legen und weiss, woran man ist. In Österreich ist es das nicht, da gibt es immer wieder Finanzbeamte, die meinen, das, was ich mache, ist kein Sport», erklärte Baumgartner.

Baumgartner gab zudem weitere Details zu seinem Rekordsprung preis. Die Planungen, die Jahre gedauert hatten, sahen den Extremfall vor. Wäre etwas schiefgegangen, hätte die Todesmitteilung bereits vorgelegen. «Wir hatten entsprechende Pressetexte gemacht», sagt Baumgartner dem «Spiegel». «Es ist ziemlich bizarr, wenn man einen solchen Text lesen und absegnen muss.»

Die Kameras, die den Sprung live übertrugen, wären im Extremfall abgeschaltet worden. «Die NASA hat Katastrophenpläne, und genauso musste ich das machen. Ich hatte die letzte Entscheidung, ich war der, der das Leben riskiert hat», sagte Baumgartner.