DDR

Stasi beurteilte Udo Lindenberg als «mittelmässigen Schlagersänger»

Die Stasi mochte ihn nicht: Sänger Udo Lindenberg (Archiv)

Die Stasi mochte ihn nicht: Sänger Udo Lindenberg (Archiv)

Anarchistisch, dekadent - und musikalisch mittelmässig. So hat der DDR-Geheimdienst Stasi den Sänger Udo Lindenberg in einem Vermerk aus dem Jahr 1976 beschrieben.

Die Unterlagen wurden am Donnerstag von der Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin präsentiert. Lindenbergs gesamtes Verhalten und Auftreten sei dekadent, urteilte der DDR-Geheimdienst: "Die Prüfungen in der Künstleragentur der DDR ergaben, dass Lindenberg ein mittelmässiger Schlagersänger der BRD ist, an dem kein Interesse besteht."

Der Sänger sei von der Zeitschrift "Bravo" als "Star" aufgebaut worden: "Entsprechend dieser Popularisierung in der BRD gibt er sich als gleichgültiger, pessimistischer Mensch und tritt betont anarchistisch auf. Diese Haltungen spiegeln sich in seiner abgetragenen Kleidung, der Frisur, den Texten seiner Lieder wider."

Lindenberg, der in der ehemaligen DDR so beliebt war wie kaum ein anderer West-Musiker, durfte am 25. Oktober 1983 nach langem das erste Mal in Ost-Berlin auftreten - allerdings vor ausgesuchten Jugendlichen. Die echten Fans hielt die Stasi draussen in Schach.

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