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SRG: Ruth Metzler auf der Zielgeraden

Nur noch drei Kandidaten sollen für die Nachfolge von SRG-Generaldirektor Walpen im Rennen sein. Unter den drei letzten befindet sich auch eine prominente Kandidatin, die ehemalige CVP-Bundesrätin Ruth Metzler.

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SRG: Metzler auf der Zielgeraden
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Tibère Adler
Hans-Peter Rohner

SRG: Metzler auf der Zielgeraden

Keystone

Beat Rechsteiner

Ruth Metzlers Chancen auf den zweiten grossen Karrieresprung steigen. Laut gut informierten Quellen hat es die ehemalige CVP-Bundesrätin bei der Suche nach einem Nachfolger für SRG-Generaldirektor Armin Walpen auf die «Shortlist» der letzten drei Kandidaten geschafft. Neben Metzler sollen zudem der Westschweizer Edipresse-Chef Tibère Adler und Publigroupe-Generaldirektor Hans-Peter Rohner noch mit im Rennen sein.

Nicht mehr unter den Kandidaten ist demgemäss der 57-jährige FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger, der als «Arena»-Moderator bekannt wurde. Der ehemalige Chefredaktor des Schweizer Fernsehens und einstige CEO des Medienunternehmens Jean Frey AG wurde in den letzten Monaten immer wieder als möglicher Walpen-Nachfolger ins Spiel gebracht. Zum Thema äussern mochte sich Leutenegger gestern nicht.

Unter den drei Kandidaten soll die 45-jährige Ruth Metzler die besten Karten haben. Womöglich wird sie bereits am 18.Mai gewählt. Dann findet die Delegiertenversammlung der SRG statt. Ziel des Verwaltungsrats ist es, zu diesem Termin einen Einervorschlag präsentieren zu können. Insider rechnen damit, dass die 41 Delegierten dem Antrag des Verwaltungsrats ohne grossen Widerstand Folge leisten werden – wer auch immer als Kandidat vorgeschlagen wird.

Update

Seit 1996 hat Armin Walpen die SRG als Generaldirektor geführt, Ende dieses Jahres wird er nun pensioniert. Sein Job gilt als einer der wichtigsten in der Schweizer Medienlandschaft. Der SRG-Generaldirektor ist verantwortlich für die Geschäftsführung des Unternehmens und hat die Gesamtleitung über die einzelnen Programme. (bre)

Giezendanner: «CVP-Filz»

Metzler sass für die CVP während vier Jahren als Justizministerin im Bundesrat, wurde 2003 aber nicht mehr gewählt und musste ihren Sitz für SVP-Vertreter Christoph Blocher räumen. Zuletzt war sie für Novartis als Leiterin der Beziehungen zu Grossinvestoren tätig, im vergangenen Januar verliess sie den Basler Pharmakonzern. Im Zusammenhang mit dem Topjob bei der SRG ist vor allem ihr Parteibüchlein von Interesse: Kommt Metzler zum Zug, bliebe die einflussreiche Stelle in CVP-Hand. Wie schon seine beiden Vorgänger ist auch Walpen ein Christdemokrat.

SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner spricht deshalb verärgert vom «CVP-Filz», der ein weiteres Mal seinen Einfluss geltend mache. Giezendanner zieht Metzlers Eignung für den Generaldirektorenposten offen in Zweifel: «Sie versteht nichts von Medien, zudem war sie im Bundesrat keine starke Führungsperson. Wieso also soll ausgerechnet sie nun die SRG führen?» Zusammen mit 20 anderen Unternehmern, Verlegern und Politikern versuchte Giezendanner, einen eigenen Kandidaten zu lancieren: den 43-jährigen Elvia-Chef Jürg Wittwer. Er ist inzwischen aus dem Rennen.

Rohner als Überraschung

Von Metzlers verbliebenen Konkurrenten wurde vor allem der 47-jährige Jurist Tibère Adler häufig als Favorit genannt. Dass es Hans-Peter Rohner (57) ebenfalls auf die «Shortlist» geschafft haben soll, kommt für Insider hingegen eher überraschend.

Die SRG selbst äussert sich nicht zu einzelnen Kandidaten. «Das ist rein spekulativ», sagte Unternehmenssprecher Daniel Steiner gestern auf Anfrage.

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