Drogenkriminalität

Sohn von Drogenboss Escobar: «Es hat nie an Liebe gemangelt»

Lobt Escobar, aber seinen Namen will er nicht: Sebastian Marroquin

Lobt Escobar, aber seinen Namen will er nicht: Sebastian Marroquin

Der Sohn von Pablo Escobar beschreibt den mächtigen kolumbianischen Drogenhändler in einem Buch als liebevollen Vater. Der Chef des Medellin-Kartells, der für den Tod tausender Menschen verantwortlich sein soll, soll ausserdem ein grosser Wohltäter gewesen sein.

"In meiner Familie hat es nie an Liebe gemangelt", sagte Juan Pablo Escobar, der sich heute Sebastian Marroquin nennt, am Sonntag bei der Vorstellung seines Buchs "Pablo Escobar, mein Vater" auf dem Filmfestival im mexikanischen Guadalajara. "Er ist sehr liebevoll mit seinen Kindern und seiner Frau umgegangen. Aber mir ist bewusst, welchen Schmerz er in anderen Familien hinterlassen hat."

Der Chef des Medellín-Kartells dominierte in den 1980er Jahren den internationalen Kokain-Schmuggel und soll für den Tod Tausender Menschen verantwortlich sein. Nachdem er dem kolumbianischen Staat den Krieg erklärt hatte, wurde er 1993 von der Polizei erschossen.

Wegen seiner Wohltaten für Bewohner von Elendsvierteln gilt Escobar noch immer zahlreichen Menschen als Held. "Wo der Staat sich zurückgezogen hatte, wo er keine Schulen gebaut und Arbeitsplätze geschaffen hat, da war mein Vater. Die herrschende Korruption hat den Aufstieg von Pablo Escobar überhaupt erst möglich gemacht", sagte sein Sohn.

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