Am 3. Dezember 1992 soll der britische Ingenieur Neil Papworth vom Computer seines Arbeitgebers, dem englisch-französischen IT-Dienstleister Sema Group, die erste SMS der Welt an ein Handy geschickt haben. Empfänger war Richard Jarvis von Vodafone. Die Nachricht enthielt nur zwei Worte: "Merry Christmas".

20 Jahre SMS: Was heute noch gesimst wird.

20 Jahre SMS: Was heute noch gesimst wird.

"Ich war eher zufällig da, als es darum ging, nach mehreren Wochen diese Mitteilung zu schicken", erzählte Papworth dem britischen Radiosender BBC. Vodafone habe eigentlich an der Fortentwicklung des Pagers gearbeitet, mit dem Sekretärinnen ihren Chefs Mitteilungen hätten zukommen lassen können. Niemand habe damals geahnt, dass die SMS die Kommunikation für immer verändern werde.

6,8 Milliarden pro Jahr

Die Abkürzung SMS steht für Short Message Service, also Kurznachrichten-Dienst. Besonders populär waren SMS-Nachrichten anfangs allerdings nicht. Denn zu Beginn waren nur wenige Mobiltelefone in der Lage, Textnachrichten zu empfangen und zu versenden.

Die änderte sich aber rasch - und damit die Zahl der gesendeten Kurznachrichten: Laut der Statistik des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) wurden 1998, als der Mobilfunkmarkt liberalisiert wurde, 38 Millionen SMS verschickt. Die Zahl nahm stetig zu. Im vergangenen Jahr waren es gemäss den provisorischen Zahlen fast 6,8 Milliarden.

Kundinnen und Kunden des Telekomanbieters Orange versenden aktuell fünf bis sechs SMS pro Tag, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda hiess. Vor fünf Jahren seien es noch halb so viele gewesen. Alle Swisscom-Kunden zusammen verschicken täglich rund 7,7 Millionen SMS. Ein Swisscom-Sprecher sagte, die Zahlen seien in den letzten Jahren stabil gewesen.

SMS trieb die "Sprachökonomie" voran

Ein Erfolg ist die SMS nicht nur aus technischer Sicht. Sie gilt auch als Ursache, dass sich neue Sprachphänomene entwickelt haben. So wird zwischenmenschliche Zuneigung seit der SMS-Erfindung etwa gerne mal mit "hdg" ("ha di gern") und Verabschiedungen mit "LG" ("Liebe Grüsse") gekürzelt.

Professor Peter Schlobinsky, Germanist an der Universität Hannover, sieht darin nichts Bedenkliches. Vielmehr sei diese "Sprachökonomie" eine ganz "normale Anpassungsform an die technischen Voraussetzungen". Die SMS sei gerade deshalb so beliebt, weil man sich in "effizienter und effektiver Form" anderen Menschen mitteilen könnte.

Konkurrenz aus dem Internet

Doch trotz all dieses Lobs ist die Zukunft der SMS mehr als ungewiss. Durch die Verbreitung der internetfähigen Smartphones und Tablets gibt es auch neue Konkurrenz durch Onlinedienste wie WhatsApp, Twitter oder die sozialen Netzwerke.

Zudem bieten neuerdings auch einige Telekommunikationsanbieter ihren Kunden mit dem Standard Joyn einen neuen internetbasierten SMS-Nachfolger an. Der entscheidende Vorteil ist, dass sie nahezu kostenfrei sind.