Seven

Seven will für den Aargau siegen

Musiker Seven und seine Ehefrau Zahra wollen an den Swiss Music Awards erstmals den Babybauch präsentieren. Bei der Preisverleihung zählt der Freiämter zu den Topfavoriten. Um zu gewinnen, hofft er auf die Unterstützung der Aargauer.

Die Bandkollegen von Seven sitzen auf weissen Sesseln um ein kleines Tischchen. Im Übungsraum in Wohlen hängen Preise und alte Konzertplakate an den Wänden. Überall stehen Instrumente, Boxen und Mischpulte, Kabel führen kreuz und quer über den Boden. Zusammen feilt das Quartett an den letzten Finessen für den nächsten grossen Anlass: für die zehn Auftritte im Hallenstadion bei «Art on Ice».

Der 31-jährige Soulsänger zieht sich eine Jacke über und setzt sich auf eine rote Parkbank vor dem Haus. «Ich freue mich sehr darauf», meint Seven zum anstehenden Grossanlass im Hallenstadion. «Wir sind gerade fleissig am Proben», so der Freiämter Soulstar, «allzu lange können wir also nicht reden.» Und doch hat der Musiker - der eigentlich Jan Dettwyler heisst - dann doch viel zu erzählen.

Denn auf ihn und seine Kollegen wartet in der Tat eine anstrengende Zeit. Einen Tag vor der Hauptprobe für «Art on Ice» steht am Dienstag der erste Höhepunkt an. Dann geht die grosse Gala der Swiss Music Awards über die Bühne. In diesem Jahr ist Seven gleich dreimal nominiert und - zusammen mit Rapper Stress - der Topfavorit.
Eine freudige Nachricht verbreitet sich hingegen schon vor den Swiss Music Awards in Windeseile: Soulsänger Seven wird bald Papa. Seine Frau Zahra Abdalla, die er im vergangenen Dezember in aller Stille geheiratet hatte, erwartet ein Kind. Das Baby soll bereits im Mai zur Welt kommen. Auf die Familienplanung angesprochen, lässt sich der Freiämter auf der Parkbank die frohe Botschaft nicht entlocken. «Eins nach dem anderen«, meint er mit einem Lachen.

Den Babybauch will das glückliche Paar offenbar auf dem roten Teppich der Music Awards zeigen. Doch jemand kann das Geheimnis nicht für sich behalten und die Pendlerzeitung «20 Minuten» druckt die Meldung über den Soul-Nachwuchs aus dem Aargau. Ob es ein Bub oder ein Mädchen wird, dazu will man sich nicht äussern.
Die dreifache Nominierung für die Music Awards sei natürlich eine Ehre für ihn, so der Wohler. Die erste Nomination ist es nicht, gewinnen konnte er den Preis allerdings noch nie. Sein Album «Like a Rocket» steht in der Kategorie «Best Album urban» zur Wahl - für Seven so etwas wie die Königsdisziplin. «Vergleichbar mit der Kategorie ‹Best Film› bei der Oscar-Verleihung», sagt er.

In der Sparte «Best Song national» tritt er sogar gegen sich selber an: mit dem Titel «Lisa» und mit dem Radio-Energy-Protestlied «Stahn uf», das er zusammen mit Stress und anderen nationalen Musikern einspielte. Dass er einen Preis mitnehmen will, daraus macht der 31-Jährige kein Geheimnis: «Natürlich will ich gewinnen. Es wäre eine Genugtuung für alle, die hinter mir stehen und mich unterstützt haben.»
Den Titel holen will sich Seven mit Unterstützung der Aargauerinnen und Aargauer. «Es braucht nur ein paar Klicks im Internet, um für mich abzustimmen», erklärt der Nominierte gleich selber. Ein Erfolg wäre, so der Soulsänger, auch ein schöner Erfolg für den Kanton und das Freiamt. «Ich bin dem Aargau sehr dankbar für die wunderbare Startplattform. Ich bin stolz, Aargauer zu sein», sagt der Musiker, bei dem es die Liebe geschafft hat, ihn nach Luzern zu locken, und der mit Zürcher Autonummern herumfährt. «Die Nummern stammen von der Leasing-Firma», lacht er und schaut zum vor dem Proberaum stehenden Fahrzeug. Da könne man nun mal nichts machen.
«Ich bin Freiämter durch und durch», beruhigt der Neo-Luzerner sogleich. Wohlen bleibe der Ausgangspunkt für Konzerte, Festivals und Tourneen, die Proben finden immer dort statt. Jede Woche besuche er zudem seine Familie oder treffe sich mit seinen Freiämter Freunden. Seven: «Ich werde nie vergessen, woher ich komme.»
60 Konzerte hat der Sänger, Sohn eines Tenors und einer Pianistin, im letzten Jahr an Festivals und in Klubs zusammen mit seiner Band gespielt, jetzt die grosse Award-Gala und die Auftritte bei «Art on Ice» vor Zehntausenden von Zuschauern.

«Nach so etwas habe ich immer sehr Lust auf das Gegenteil», schildert der Sänger. Und das wird es auch geben: Zusammen mit seiner Band hält er im März etwas Besonderes für seine Fans bereit: Eine Kleintheater Tour unter dem Motto «Seven - Acoustic Stories». Alles werde familiär sein, ein privates Stubenkonzert praktisch, schildert er. Jeder aus der Band werde singen, nicht nur der Frontsänger, und die Instrumente wollen sie auch noch untereinander austauschen. «Das wird unplugged, etwas für die Seele», beschreibt der Freiämter Soulstar. Und wenn die etwas ruhigere Tournee durch die verschiedenen Kleintheater vorbei ist, könnte es bei Familie Seven bald wieder etwas lauter werden. Dann, wenn im Mai der Aargauer Soul-Nachwuchs kommt.

Swiss Music Awards

Am kommenden Dienstag, dem 2. März, findet die dritte Ausgabe der Swiss Music Awards statt. Schauplatz der Preisverleihung sowie der Aftershow-Party ist der Zürcher Schiffbau. In insgesamt zehn Kategorien werden an der Gala nationale und internationale Künstler geehrt. Zu gewinnen sind unter anderen Preise für den besten Song 2009 national oder international, für das beste Album in den Sparten Pop/Rock oder Urban sowie für den besten Newcomer. Auf der Internetseite www.swissmusicawards.ch können die Fans der Nominierten für ihren Favoriten per Mausklick stimmen, in einer Kategorie bestimmt eine Jury den Sieger. (SPI

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