Sein seltsamer Auftritt bei einer Grill-Party

Kachelmann bei seiner Freilassung aus der U-Haft (Archiv)

Kachelmann bei seiner Freilassung aus der U-Haft (Archiv)

Vor dem in drei Wochen beginnenden Prozess gegen Jörg Kachelmann ist der freigelassene TV-Moderator überraschend an einer Grill-Party seiner Mitarbeiter am Sitz der Meteomedia in Schwäbrig AR aufgetaucht.

Wie die Zeitung "Sonntag" zwei Quellen zitiert, habe er dabei ein paar Witze aus dem Gefängnis erzählt, keine Fragen zum Fall beantwortet und seine Mitarbeiter nach kurzer Zeit ratlos zurückgelassen.

Der schräge Auftritt ist bezeichnend für die Unruhe in der Meteo-media-Gruppe. Frank B. Werner, der aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten ist, will erwirken, dass sich der zerstrittene Aktionärskreis trifft. Werner ist weiterhin im Besitz von einem Drittel der Aktien und verschärft gegenüber dem "Sonntag" die Tonlage: «Mein Anliegen ist, dass Herr Kachelmann als Verwaltungsrat zurücktritt. Seine Rolle bleibt problematisch.»

Prozess und Anklage machen Kachelmann zum Geschäftsrisiko

Der Starmoderator wird zum Geschäftsrisiko, wie laut dem Zeitungsbericht auch der Wirtschaftsinformationsdienst Teledata verdeutlicht. Dort liegt Meteomedia bei der Risikoentwicklung unter dem Branchendurchschnitt.

Die Kurve fällt markant und bewegt sich von der Risikoklasse C in Richtung D. Das heisst: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass bei der Meteomedia in den nächsten 12 Monaten mit einem Zahlungsausfall zu rechnen ist.

Kachelmann hat nach seiner Freilassung unterdessen im kleineren Kreis bestätigt, dass sich die bisherigen Anwaltskosten bereits auf 300 000 Euro belaufen. In der Ermittlungsakte hat er sein jährliches Gehalt mit 200 000 Euro und sein Vermögen mit 650 000 Euro angegeben. Doch Kachelmann zerrinnt das Geld zwischen den Fingern, noch bevor der Prozess begonnen hat. Aktionäre befürchten, dass für die hohen Anwaltskosten jetzt Firmengelder eingesetzt werden.

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